In diesem Frühjahr war
Wout van Aert wieder in Bestform auf dem Rad und steigerte seine Verfassung bis hin zum Sieg bei Paris–Roubaix. Obwohl er ein hochangesehener Fahrer mit zahlreichen Qualitätssiegen ist, dürfte dies der größte und bedeutendste gewesen sein. Er kam zudem zum perfekten Zeitpunkt, denn er konnte bereits wohlverdienten Urlaub genießen und gibt zu, dass er sich noch nie so gut von einem Rennblock erholt hat.
Für den Fahrer von
Team Visma | Lease a Bike war es ein Traumtag. Es war kein problemloses Rennen, da er eigene Defekte hatte, doch an diesem Tag passte neben den Beinen auch das nötige Quäntchen Glück, um allein auf die Bahn in Roubaix einzufahren. Der Belgier bezwang Tadej Pogacar und durchbrach damit einen jahrelangen Kreislauf des Hinterherjagens eines Sieges bei einem der Pflastermonumente. Trotz Topform deutete Platz vier in Flandern eine Woche zuvor noch auf eine deutliche Lücke zu den „großen Zwei“ hin.
In Roubaix aber gewann er – und reiste direkt danach zum längst geplanten Urlaub nach Spanien. „Es war auch eine sehr schöne Woche, weil ich sofort in den Urlaub fahren konnte. Das war keine Last-Minute-Entscheidung; es war bereits geplant. Mit dem Sieg in Roubaix im Gepäck hätte der Zeitpunkt nicht besser sein können“, sagte Van Aert im Interview mit
Sporza.
Feiern und Regeneration
Ruhe und Erholung, körperlich wie mental, sind für Profis entscheidend, und er hat in der vergangenen Woche offenbar beides optimal genutzt: „Ich habe sehr oft gemeinsam mit meiner Frau und meinen Kindern auf das Pflaster angestoßen. Es wurde zu einem kleinen Running Gag, was Spaß gemacht hat. Ich verstehe nach ein paar Tagen zu Hause, dass hier in Belgien alles verrücktspielt. Da war es vielleicht gar nicht schlecht, dem zu entfliehen und Qualitätszeit zu haben.“
Es könnte ein Zeichen des Wandels beim 31-Jährigen sein, der in den vergangenen Jahren häufig vom Pech verfolgt war, in diesem Frühjahr aber alles perfekt zusammengefügt hat. Sollte Visma ihn in ähnlicher Form zur Tour de France bringen, könnte er zu einer wertvollen Waffe gegen UAE Team Emirates – XRG und Red Bull – BORA .- hansgrohe werden, die Jonas Vingegaard im Kampf um das Gesamtklassement herausfordern.
„Ich habe mich noch nie so geschmeidig von einer Klassikerbelastung erholt, denn ich fühlte mich überhaupt nicht müde. Ich hätte die Welt erobern können, würde ich sagen. Es war großartig, das Nachglühen voll auszukosten, da eine Ruhephase anstand. Zusammen mit diesem Sonntag ist es eine Woche, die mir bleiben wird“, schloss er.