Nach einem enttäuschenden Giro d’Italia richtet
Giulio Pellizzari den Blick wieder nach vorne. Der Kletterer von
Red Bull - BORA - hansgrohe meldete sich bei der Tour of Slovenia mit einer überzeugenden Leistung zurück und geht nun mit neuem Selbstvertrauen in die Italienischen Straßenmeisterschaften 2026.
Der Giro d’Italia war für den 21-jährigen Italiener weit hinter den Erwartungen geblieben, die viele an eines der größten Nachwuchstalente des Landes geknüpft hatten. Körperliche Probleme ab der zweiten Rennwoche verhinderten jedoch, dass Pellizzari für die entscheidenden Etappen sowohl körperlich als auch mental noch einmal zulegen konnte.
Pellizzari verarbeitet die Enttäuschung des Giro d’Italia
Trotz des schwierigen Giro fand Pellizzari bei der Tour of Slovenia schnell wieder in den Rennrhythmus. Als wertvoller Helfer unterstützte er Teamkollege Florian Lipowitz und sammelte dabei wichtige positive Eindrücke. Der Auftritt macht Hoffnung auf eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte, in der der Fokus auf italienischen Eintagesrennen liegen wird. Gleichzeitig lebt auch die Hoffnung auf eine Nominierung für die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften weiter.
Giulio Pellizzari hat nach seinem schwierigen Giro d’Italia bei der Tour of Slovenia neues Selbstvertrauen getankt und richtet den Fokus auf die zweite Saisonhälfte.
Im Gespräch mit
La Gazzetta dello Sport erklärte Pellizzari, dass ihn die Enttäuschung beim Giro zwar schmerze, ihn langfristig aber als Fahrer weiterbringen werde.
„Ich sehe es als Lektion, als Weg zu lernen. Ich habe eine ordentliche Watschn bekommen, die mir in Zukunft nützlich sein wird. Das Ergebnis blieb aus, aber ich habe jetzt viel mehr Erfahrung.“
Auch auf seine Aussagen unmittelbar nach dem Finale in Rom ging der Italiener noch einmal ein. Damals hatte er scherzhaft erklärt, am liebsten alles hinschmeißen zu wollen.
„Ich habe gescherzt, wenn man sich die Szene anschaut, in der ich das sage … das ist sehr eindeutig. Ich musste sogar lachen. Manche ‘Blättchen’ haben es ernst genommen, vielleicht nur, um etwas Kontroverse zu erzeugen.“
Die Tour of Slovenia brachte das Selbstvertrauen zurück
Pellizzari betonte, wie wichtig die Tour of Slovenia für ihn gewesen sei. Dort habe er nicht nur seine Form, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückgewonnen.
„Ich habe diese guten Beine wiedergefunden, die ich ab der neunten Giro-Etappe nach Corno alle Scale nicht mehr hatte. Mit ‘Lipo’ hatten wir Spaß, ich bin zufrieden, wie es lief.“
Das Rennen bestätigte ihn außerdem darin, dass ihm kürzere Rundfahrten besonders gut liegen.
„Konstanz zu finden war eines meiner Saisonziele. Dabeisein, präsent sein. Es war der beste Weg, jetzt in den Urlaub zu gehen und dann erholt zurückzukommen, um eine gute zweite Saisonhälfte hinzulegen.“
Italienische Eintagesrennen stehen nun im Mittelpunkt
Pellizzari bestätigte außerdem, dass er in dieser Saison keine weitere Grand Tour bestreiten wird. Stattdessen richtet sich der Fokus auf ein Programm mit mehreren wichtigen Rennen im Spätsommer und Herbst.
„Ich fahre keine weiteren Grand Tours. San Sebastián und Vuelta a Burgos im August. Mehrere italienische Eintagesrennen im September, darunter Larciano, Coppa Sabatini und Memorial Pantani. Ich hoffe auf die Weltmeisterschaften, bei den Europameisterschaften steht ein Fragezeichen, und dann beende ich mit Il Lombardia.“
Auch ohne eigene Teilnahme wird Pellizzari die
Tour de France aufmerksam verfolgen.
„Ich weiß nicht, ob der Kampf um den Gesamtsieg wirklich offen ist, so wie Pogacar fährt. Aber um die anderen Podiumsplätze ist er es, und ich hoffe, meine Teamkollegen, allen voran Evenepoel und Lipowitz, schlagen sich gut.“
Pellizzari widerspricht der Kritik an seinem Formaufbau
Zuletzt war vereinzelt die Meinung geäußert worden, Pellizzari habe bereits bei seinem Sieg bei der Tour of the Alps zu früh seine Bestform erreicht. Diese Einschätzung teilt der Italiener jedoch nicht.
„Das glaube ich nicht. Keiner, der bei der Alps um den Sieg fuhr, war bei hundert Prozent. Ich auch nicht, das sah ich an meinen Werten und Zahlen. Das waren sicher nicht meine besten. Beim Giro wurde ich stärker, dann passierte, was passierte. Danach habe ich mich nie erholt, das ist alles.“
Auch wenn der Giro d’Italia nicht den erhofften Durchbruch brachte, blickt Pellizzari optimistisch auf den weiteren Saisonverlauf. Mit neuem Selbstvertrauen aus der Tour of Slovenia und einem Rennprogramm, das seinen Stärken entgegenkommt, möchte der Kletterer von Red Bull - BORA - hansgrohe seine Saison in den kommenden Monaten deutlich erfolgreicher gestalten.