UAE Team Emirates hat einen Trumpf in der Hinterhand, um die Tour de France zu beleben – und es ist nicht Tadej Pogacar. Tatsächlich ist es sein Teamkollege Isaac del Toro, dem zugetraut wird, das Rennen zu animieren und dem Slowenen sogar etwas Druck zu nehmen.
Mit Pogacar als Topfavorit auf sein fünftes Gelbes Trikot, das dritte in Serie, und vielen Rivalen, die einen Gang hochschalten müssen, um den überragenden Slowenen zu fordern, hält ein Analyst Del Toro für genau das Puzzleteil, das UAE für diese Tour brauchte.
Aus Fansicht ist der Kampf ums Gesamtklassement dennoch eine knappe Angelegenheit, in der die Hoffnung auf ein echtes Duell um Gelb lebt. Da Jonas Vingegaard, Paul Seixas, Remco Evenepoel und Florian Lipowitz mit guter Gesundheit und solider Vorbereitung zur Grand Boucle antreten, könnte das Ringen um Rang zwei und drei intensiv werden.
Ein weiteres heißes Gefecht wird es um die Ziellinie geben, wenn einige der besten Sprinter der Welt aufeinandertreffen. Mit dem Grünen Trikot in Reichweite zählen Tim Merlier, Jasper Philipsen, Olav Kooij und Mads Pedersen zu den prominenten Namen, die in Massensprints Schulter an Schulter liegen dürften.
„Der Sieger steht doch eigentlich so gut wie fest, oder, es sei denn, es passiert etwas Verrücktes?“, sagte Bobbie Traksel im Eurosport-Podcast Kop over Kop.
Traksel traut Del Toro mehr Etappensiege zu als Pogacar
„Schaut man auf die Buchmacher, sehen sie eine Achtzig-Prozent-Chance, dass Pogacar gewinnt. Spannend ist aber die Ungewissheit, wer der beste Sprinter ist und wer Dritter wird.“
Bei Pogacar ist Traksel überzeugt, dass er Unterhaltung liefern will – was nicht immer Attacken von ihm selbst bedeutet. Del Toro ist 2026 in Topform und könnte als offensiver Freigeist eingesetzt werden – einer, den man auf Hügel- und Bergetappen nur schwer von Etappensiegen abhalten kann, womöglich noch eher als Pogacar selbst.
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10 Fragen · ≈ 5 Min.
um in der Rangliste mitzumachen.
Traksel sagte: „Pogacar will spielen. Er will das Rennen machen. Und so jemanden hatten sie eigentlich nicht. Deshalb bringen sie jetzt Del Toro, um auch diese Etappen gewinnen zu können.“
„Das wird richtig superinteressant. Ehrlich gesagt glaube ich, dass Del Toro mehr Etappen gewinnen wird als Pogacar. Das macht mich vielleicht so gespannt auf diese Tour wie seit Jahren nicht mehr.“
Del Toro hat in dieser Saison die Gesamtwertungen der UAE Tour, von Tirreno-Adriatico und der Tour Auverne-Rhône-Alpes gewonnen und auf dem Weg zur Tour jeweils mindestens eine Etappe geholt. Der 22-Jährige steht bereits bei 29 Profi-Siegen und hat gute Chancen, diesen Monat mindestens auf 30 zu erhöhen.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.