„Ich blickte zurück, und Mathieu war da … Wie kann das sein?!“: Tim van Dijke verblüfft über den phänomenalen Van der Poel

Radsport
Mittwoch, 01 April 2026 um 9:30
Tim Van Dijke, de Red Bull - BORA - hansgrohe
Tim van Dijkes Auftritt bei der E3 Saxo Classic bestätigte, dass sein zweiter Platz beim Omloop Nieuwsblad bei seinem Straßencomeback 2026 kein Zufall war. Der Niederländer entzündete das Rennen mit einem wuchtigen Antritt am Taaienberg, dem nur Mathieu van der Poel folgen konnte. Für die Ronde van Vlaanderen könnte er eine entscheidende Karte sein.
Wenige Tage später erinnerte sich Van Dijke bei Vive le Vélo mit einem Hauch Ungläubigkeit an den Move. Sein Angriff kam rund 70 Kilometer vor dem Ziel, an einem Schlüsselmoment des Rennens, und überraschte sogar ihn selbst: „Es war ein sehr besonderer Moment, vor allem im Rückblick.“
Er erklärte, dass er diesen Sektor gezielt vorbereitet und sich dafür entschieden hatte, den Favoriten zuvorzukommen. „Ich war gut positioniert und hatte viel investiert. Stuyven hat brutal gedrückt, aber ich dachte: ‚Ich fahre jetzt besser drüber, sonst kriegen sie mich von hinten.‘“
Der markanteste Moment kam, als er sich nach dem Beschleunigen umdrehte. „Als ich zurückschaute, war nur Mathieu da, und ich dachte: ‚Wow, wie ist das möglich?!‘“ Es war ein unausgesprochener Verweis auf das Niveau des niederländischen Stars, der nicht nur mitging, sondern später die entscheidende Differenz setzte.

Der Preis des Einsatzes

Nur wenige Kilometer später, am Boigneberg, zahlte Van Dijke für die Mühe. Da setzte Van der Poel seinen entscheidenden Angriff und distanzierte seinen Landsmann. Van Dijke nahm es mit Humor: „So ist es eben“, lachte er.
Später sprachen sie über diese Sequenz, die eine weitere bezeichnende Aussage des Alpecin-Premier Tech-Kapitäns lieferte. „Nach dem Flandern-Rennen habe ich ihn gefragt, warum er attackiert hat. Er antwortete: ‚So wie du den Taaienberg hochgefahren bist, war klar, dass ich mitkomme.‘“
Der Niederländer zog klare Lehren für die Zukunft: „Ab jetzt muss ich wissen, dass Mathieu attackiert, wenn wir in einer Gruppe sind und uns keiner folgt. In dem Fall lasse ich besser zwei Ablösungen aus. Aber es gibt auch einen Unterschied in Ausdauer, Niveau und Training.“

Taktik und Instinkt

In jener Verfolgergruppe fuhr auch Edward Planckaert, was Fragen nach möglichen temporären Allianzen aufwarf. Van Dijke gab zu, dass er damit geliebäugelt hatte: „Das hatte ich im Kopf. Und ich dachte (am Boigneberg): ‚Da geht er, nein!‘“
Aus dem Teamwagen meldete sich auch Sven Vanthourenhout zu Wort und hob Van der Poels Unberechenbarkeit hervor: „Wir wissen, dass Mathieu oft aus dem Bauch oder nach Intuition fährt. Das hilft uns im Moment nicht viel, aber so war es nun mal.“
Red Bull - BORA - hansgrohe
Red Bull - BORA - hansgrohe

Die Anekdote der Zwillinge

Abseits des Rennens sorgen die Van-Dijke-Zwillinge weiterhin für heitere Momente im Feld. Tim fährt bei Red Bull - BORA mit seinem Zwillingsbruder Mick van Dijke, und das Duo lieferte bei Kuurne–Brussel–Kuurne eine komische Szene.
Moderator Karl Vannieuwkerke wollte Tim vor dem Start interviewen, doch der verwies ihn an seinen Bruder. „Vertrackt, oder, Leute?“, scherzte der Journalist. „Ich muss Tim eine Frage stellen“, sagte er, ohne den Irrtum zu bemerken. Als er es merkte, blieb ihm nur: „Ihr nehmt mich auf den Arm!“ Die Brüder lachten und genossen den Moment.
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