2024 bestätigte
Michael Storer sein Potenzial als Grand-Tour-Fahrer mit einem Top-10-Ergebnis beim Giro d’Italia, und auch in der vergangenen Saison wurde er erneut Zehnter. Das geschah jedoch unter sehr speziellen Umständen: Er stürzte viermal. Gleichzeitig zeigte er im restlichen Jahr mehrfach, dass er zu deutlich mehr fähig ist.
„Ich würde nicht unbedingt von Frust sprechen, aber ja, ich hatte mehr erwartet“, sagte Storer gegenüber
Cyclism'Actu. „Ich bin während des Giro viermal gestürzt. Auch wenn mich diese Stürze nicht zum Aufgeben gezwungen haben, haben sie zwangsläufig Auswirkungen. Mit einem ruhigeren Rennverlauf hätte das Ergebnis anders ausfallen können.“
Storer gewann 2024 die 7. Etappe von Paris–Nizza und schloss die Gesamtwertung als Vierter ab. Vor allem aber machte ihn sein Auftritt bei der Tour of the Alps zum Mitfavoriten für die Corsa Rosa. Dort gewann er die Gesamtwertung mit eindrucksvollen Kletterleistungen, konnte das im Mai jedoch nicht bestätigen. Bei der Tour de France zielte er auf Etappensiege, blieb aber ebenfalls ohne Erfolg.
Nach einem Formaufbau beendete er die Saison jedoch mit einem starken Schlussspurt: Sieg beim Memorial Marco Pantani nach Soloattacke, Rang sieben beim Giro dell’Emilia und schließlich das Podium bei Il Lombardia neben Tadej Pogacar und Remco Evenepoel. Dieses Ergebnis treibt den Australier zusätzlich an.
Er wird im Kampf um die Gesamtwertung auf Fahrer wie Jonas Vingegaard, João Almeida, Enric Mas, Mikel Landa, Felix Gall, Jai Hindley und Giulio Pellizzari treffen. Im Vorfeld der Corsa Rosa bestreitet er die UAE Tour, Tirreno–Adriatico und die Tour of the Alps.
„Wir werden sehen, was nächstes Jahr passiert. Ehrlich gesagt macht es mir keine Sorgen, wer am Start steht. Ich kann nur kontrollieren, was ich tue und wie ich ins Rennen komme. Das Feld ist ohnehin immer stark. Der Giro motiviert mich enorm. Ich habe schon immer eine enge Verbindung zu Italien und habe dort noch Ziele. Das bringt mich dazu, im Training noch ein bisschen mehr zu machen.“
Storer über Simon Yates
Im Mai wird er einem Mann nicht begegnen müssen: dem diesjährigen Sieger
Simon Yates, der gestern überraschend seinen Rücktritt vom Radsport bekanntgegeben hat. Für Storer kam das überraschend, ist aber nachvollziehbar.
„Ich habe buchstäblich vor fünf Minuten von
Simon Yates’ Rücktritt erfahren. Ich denke, Ruhestand ist eine sehr persönliche Entscheidung. Es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Wenn es sich richtig anfühlt, dann ist es so. Am schlimmsten ist es, wegen Pech aufzuhören, etwa nach einem Sturz. Insofern ist es wahrscheinlich der beste Weg, Schluss zu machen“, schloss er.