Tudor Pro Cycling schaffte es knapp nicht, sich für den Zyklus 2026–2028 unter die 18 WorldTour-Teams zu mischen, gehört aber dennoch zur Spitze der zweiten Division. Und obwohl der Kader für 2025 bereits stark war, hielten die Schweizer an ihren Ambitionen fest und verpflichteten mit Blick nach vorn unter anderem
Stefan Küng.
Der 32-jährige Zeitfahrspezialist schließt die verbleibenden Lücken des Teams – Zeitfahren und Kopfsteinpflaster-Klassiker. Küng wird die Mannschaft im Tour-de-France-Mannschaftszeitfahren zum Auftakt anführen und sein Debüt in Tudors Rot und Schwarz beim Teamzeitfahren der Mallorca Challenge geben. „Ich war dreimal Weltmeister im Mannschaftszeitfahren und weiß daher, was es heißt, schnell zu sein und noch schneller zu werden“, sagte er bei der Teampräsentation am Mittwoch.
Das Mannschaftszeitfahren in Barcelona wird für einen guten Start in die Tour 2026 entscheidend sein: „Das TTT ist ein großes Ziel und hilft auch unseren Gesamtklassement-Ambitionen. Ein gutes TTT zeigt alle Fähigkeiten und bedeutet, dass wir die Tour mit dem richtigen Schwung beginnen.“
Auch auf dem Pflaster hat der Schweizer noch eine Rechnung offen. Oft war er nah dran, doch der Durchbruchssieg blieb aus. Unter den Fittichen der Klassiker-Legende
Fabian Cancellara hofft Küng, den Bann zu brechen. „Ich war in den Klassikern oft dicht dran, aber ich träume immer noch davon, einen zu gewinnen – warum nicht dieses Jahr?“
Wie ein WorldTour-Team
Dass Tudor 2029 in die WorldTour will, ist kein Geheimnis. Größte Rivalen in der Pro-Division sind die Schweizer Konkurrenten Pinarello-Q36.5 und das Ex-WT-Team Cofidis. Wirken diese drei Teams (gemessen am Punktepotenzial) relativ nah beieinander, kann das Trio vom Aufstieg träumen, denn einige aktuelle WorldTour-Mannschaften zeigen Schwächen.
Picnic PostNL hat gerade Aushängeschild Oscar Onley verloren, Uno-X steht vor einer harten Bewährungsprobe im Oberhaus, und Teams wie Lotto-Intermarché, Groupama - FDJ, Jayco AlUla, Movistar, NSN oder sogar die Nummer vier der Rangliste 2025, XDS Astana, sind auf starke Team- und/oder Einzelleistungen angewiesen, um der Auseinandersetzung um die letzten WorldTour-Plätze zu entkommen.
Tudor muss daher nicht nur über die UCI-Rangliste, sondern auch mit Auftritten auf der größtmöglichen Bühne beweisen, dass es in die WorldTour gehört. Mit der automatischen Wildcard für alle WorldTour-Rennen planen die Schweizer, kaum etwas auszulassen: „Wir fahren alle Klassiker und alle drei Grand Tours“, bestätigte Teameigner
Fabian Cancellara das Rennprogramm 2026.
„Sicher geben WorldTour-Einladungen eine gewisse Ruhe. Für uns ist das neu, zuvor war es oft die Frage ‚dürfen wir hinfahren?‘. Jetzt können wir überall starten und sogar auswählen – eine komfortable Situation. Wir stellen nicht alles auf den Kopf. Wir haben Rennen hinzugefügt, aber ein garantierter Kalender hilft enorm.“
Fabian Cancellara kann mit den Leistungen seines Teams zufrieden sein
„2026 ist ein wichtiger Start in den dreijährigen WorldTour-Zyklus. Um das WorldTour-Ziel für 2029 zu erreichen. Wir wollen auch eine Grand-Tour-Etappe gewinnen und freuen uns auf die Klassiker. Wenn wir die Dinge richtig machen, die Bausteine setzen, ist 1+1=2, dann kommen die Resultate.“
Cancellara und CEO Raphael Meyer reisen nach Australien, um das Team beim Tour Down Under in Aktion zu sehen. „Wir sind stolz, die Jungs in Australien beim Tour Down Under zu sehen, nachdem wir 2020 dort waren, als wir das Team erst aufbauten.“