Felix Gall sieht sich im Gesamtklassement des Giro d’Italia weder Fisch noch Fleisch – so deutet es der Fahrer von Decathlon CMA CGM zumindest an. Der Österreicher liegt auf Rang zwei, satte 4:03 Minuten hinter Spitzenreiter Jonas Vingegaard und mit 57 Sekunden Polster, die ihn aktuell auf dem Podium halten.
Und genau der
Kampf ums Podium zieht Gall nun stärker in seinen Bann. Er liegt 24 Sekunden vor
Thymen Arensman auf drei, während der Niederländer im Nacken von
Jai Hindley sitzt, der weitere 33 Sekunden zurück auf vier rangiert. Die Fahrer von Netcompany Ineos und Red Bull - BORA Hansgrohe werden am brutalen Freitag der 19. Etappe gegenseitige Attacken erwartet.
Gall glaubt, die Etappe werde über Ermüdung entschieden, mit einem harten Finale in Alleghe, das einen 5-Kilometer-Anstieg mit fast zweistelligen Steigungsprozenten bereithält. Gall war auf nahezu jeder Bergetappe der Corsa Rosa der klar stärkste Verfolger Vingegaards und hofft, am Freitagmittag erneut dieselben Beine zu haben.
„Das Finish ist nicht super lang, aber es ist ein sehr steiler Anstieg“, sagte Gall in einem
Vorstart-Interview. „Mit der Müdigkeit, die wir über den Tag ansammeln, denke ich, dass wir recht deutliche Abstände sehen werden.“
Gall hofft, Platz zwei zu behaupten
„Ich hoffe, ich habe dieselben Beine wie in den letzten zweieinhalb Wochen. Ich fühle mich gut, und es ist ein Tag, an dem wir durchgehend fokussiert sein müssen. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass das GC in den letzten Giro-Tagen noch durcheinandergewirbelt wurde.“
Auf die Frage, wie er und die anderen Kapitäne fahren werden, meint der Österreicher, nicht die Taktik, sondern die pure Härte der Etappe werde die Plätze des Tages bestimmen.
Er ergänzte: „Ich denke, wir werden eher defensiv sein. Das Parcours ist so hart, ich glaube, es regelt sich von selbst. Im Grunde sortiert es sich von alleine.“
Arensman und Hindley „fahren gegeneinander“
Mit Blick auf Arensman und Hindley ist Gall überzeugt, dass beide vor allem aufeinander schauen, und er sieht für sich den Vorteil, im Podiumskampf vor dem Duo zu liegen.
Er hob Netcompany-Ineos-Fahrer Egan Bernal als entscheidenden Faktor in ihrem Duell hervor: „Sie sind beide großartige Rennfahrer. Thymen [Arensman] hat mit [Egan] Bernal einen richtig starken Helfer und Support am Berg.“
Er schloss: „Ich denke, sie sind beide gleichermaßen gefährlich. Sie fahren um das Podium, also fahren sie gegeneinander. Natürlich fahre ich auch gegen sie, aber ich liege schon vor ihnen, das ist ein kleiner Bonus.“