Der Giro d’Italia 2026 nimmt nach dem ersten Ruhetag Kurs auf seine zweite Hälfte. Auch wenn der Großteil des Rennens noch bevorsteht, hat sich die Gesamtlage für das Movistar Team verkompliziert. Ihr Kapitän Enric Mas explodierte am ersten Hochgebirgstag und verlor auf der Schlussrampe zum Blockhaus in Etappe 7 sechs Minuten auf Jonas Vingegaard. Auch der aufeinanderfolgende Gipfelankunft auf dem Corno alla Scale brachte nicht die erhoffte Wende.
Trotz des herben Rückschlags bleibt den Spaniern nur der Vorwärtsgang: Umschalten auf Etappenjagd mit Fahrern wie Javier Romo, Orluis Aular, Einer Rubio oder Lorenzo Milesi. Enric Mas selbst will den Kampf ums Gesamtklassement jedoch noch nicht abschreiben.
„Ich bin mit einem schlechten Gefühl angekommen, sehr seltsame Empfindungen, und ehrlich gesagt habe ich heute Beine, Kopf, alles resetten können, den Körper umgedreht. Hoffen wir, dass gestern nur ein Ausrutscher, ein schlechter Tag war, und dass wir die gute Linie halten und den Giro genießen können“, sagte der Movistar-Kapitän einen Tag nach dem Blockhaus.
Was bislang niemand wusste und von Cycling Data enthüllt wurde, ist ein kurioses Detail, wie Mas diesen Giro d’Italia 2026 bestreitet. Offenbar tritt der GC-Kapitän von Movistar Team im Trikot der Frauenmannschaft an. Eine Anekdote – aber eine, die Fans nach dem Warum fragen lässt.
Abseits der Trikotgeschichte steht für Enric Mas die bisher wichtigste Etappe seines Giro d’Italia an. Es ist das flache 40-km-Zeitfahren, das die zweite Woche eröffnet.
Bekanntlich ist die Schwachstelle des Balearen im Movistar-Trikot das Zeitfahren. Gegen die Uhr verliert Mas üblicherweise am meisten Zeit – ein Grund, der ihn trotz vier Podiumsplätzen bislang vom Sieg bei der Vuelta a España fernhielt.
Mit bereits zehn Minuten Rückstand auf Vingegaard entscheidet dieses Zeitfahren, ob Enric Mas realistische Chancen auf ein Comeback in Richtung eines respektablen Top-10-Ergebnisses in der Gesamtwertung behält – oder ob es Zeit ist, die Pläne für die verbleibenden zwei Wochen umzustellen.
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.