Wenige Tage vor der offiziellen Streckenpräsentation am Dienstag, dem 3. November, verdichten sich die Hinweise auf den Verlauf des
Giro d'Italia 2027. Während einige Details noch offen sind, zeichnen italienische Medienberichte bereits ein klareres Bild der kommenden Italien-Rundfahrt. Demnach könnten das Piemont und das Aostatal vollständig aus dem Programm fallen. Gleichzeitig nehmen mehrere Etappen in der Emilia-Romagna, der Lombardei und im Trentino Gestalt an – darunter eine anspruchsvolle Bergprüfung, die in der Schlusswoche für entscheidende Zeitabstände sorgen könnte.
Nachdem die Strecke der Tour de France 2027 kürzlich vorgestellt wurde, richtet sich der Blick nun auf die Corsa Rosa. Am kommenden Dienstag soll der vollständige Parcours veröffentlicht werden. Als Ausgangspunkt ist Triest vorgesehen. Besonders für die potenziellen Gesamtwertungsfavoriten um Giro-Sieger Jonas Vingegaard dürften die angekündigten Bergetappen von großem Interesse sein. Noch handelt es sich allerdings um vorläufige Streckeninformationen, deren endgültige Bestätigung aussteht.
Giro 2027 ohne Piemont und Aostatal? Mehrere Regionen offenbar nicht berücksichtigt
Die geografische Ausrichtung des Giro d'Italia 2027 könnte sich gegenüber früheren Austragungen deutlich verändern. Nach den bislang vorliegenden Informationen werden gleich mehrere italienische Regionen voraussichtlich nicht Teil der Strecke sein.
Jonas Vingegaard gewann den Giro d'Italia 2026. Für die Ausgabe 2027 zeichnen sich anspruchsvolle Bergankünfte in Piani di Bobbio und Madonna di Campiglio ab. Besonders der steile Passo Daone könnte in der Schlusswoche entscheidend werden.
Neben Sardinien und Sizilien sollen auch Molise, Apulien, Basilikata und Kalabrien unberücksichtigt bleiben. Besonders auffällig ist das wahrscheinliche Fehlen des Piemonts und des Aostatals. Beide Regionen gehören traditionell zu den möglichen Schauplätzen anspruchsvoller Bergetappen, sollen 2027 jedoch weder einen Etappenstart noch eine Zielankunft erhalten.
Eine dauerhafte Abkehr von diesen Gebieten zeichnet sich damit allerdings nicht zwangsläufig ab. Offenbar gibt es bereits Überlegungen, den Giro d'Italia 2028 wieder ins Piemont und ins Aostatal zurückzuführen.
Konkretere Hinweise liegen inzwischen zur 13. Etappe vor. Wie
VCOAzzurraTV berichtet, soll diese nahezu vollständig durch die Emilia-Romagna führen und den Sprintern eine der aussichtsreicheren Gelegenheiten auf einen Etappensieg bieten.
Als möglicher Startort wird die Provinz Parma gehandelt. Dabei stehen unter anderem Borgo Val di Taro und Bardi als potenzielle Etappenorte im Raum. Eine endgültige Festlegung der Streckenführung liegt bislang nicht vor.
Auch die zehnte Etappe, die unmittelbar auf den ersten Ruhetag folgen soll, nimmt allmählich Gestalt an. Demnach könnte das Peloton von Latium nach Umbrien fahren, wo eine anspruchsvolle Bergankunft in Norcia vorgesehen sein könnte.
Für den Start der anschließenden elften Etappe gilt Gualdo Tadino derzeit als aussichtsreichster Kandidat.
Bergankunft in Piani di Bobbio: Giro-Organisatoren vor technischen Herausforderungen
Besonders interessant für die Gesamtwertungsfahrer dürfte die geplante 14. Etappe werden. Nach den aktuellen Berichten soll sie vollständig durch die Lombardei führen und mit einer Bergankunft in Piani di Bobbio enden.
Der Bergort liegt zwischen den Provinzen Lecco und Bergamo. Allerdings könnte die Umsetzung der geplanten Zielankunft zusätzliche Arbeiten an der Straßeninfrastruktur erforderlich machen.
Das betrifft insbesondere die Anstiege aus Richtung Valtorta sowie den letzten Abschnitt zum Ziel. Dort wechseln sich derzeit Betonpassagen und verdichteter Schotter ab. Sollten die Organisatoren an diesen Plänen festhalten, müssten entsprechende Anpassungen vorgenommen werden, um eine sichere Rennstrecke zu gewährleisten.
Sportlich könnte eine solche Bergankunft eine wichtige Rolle im Kampf um die Maglia Rosa spielen. Gerade bei einem eng umkämpften Gesamtklassement bieten anspruchsvolle Schlussanstiege die Möglichkeit, Zeit auf direkte Konkurrenten gutzumachen.
Madonna di Campiglio und Passo Daone: Königsetappe in der Schlusswoche?
Ein weiterer möglicher Höhepunkt zeichnet sich für die 18. Etappe ab. In der entscheidenden dritten Rennwoche soll der Giro d'Italia nach Madonna di Campiglio zurückkehren.
Die Bergankunft selbst gilt zwar nicht als außergewöhnlich schwierig, doch die mutmaßliche Streckenführung könnte bereits vor dem Schlussanstieg für eine deutliche Selektion sorgen. Ausschlaggebend wäre dabei vor allem der Passo Daone.
Der Anstieg ist knapp neun Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von nahezu zehn Prozent auf. Damit gehört er zu jenen Bergen, an denen selbst die stärksten Kletterer unter Druck geraten können.
Besonders brisant wäre seine Position im Etappenprofil: Nach dem Passo del Ballino soll der Passo Daone erst relativ spät im Rennen folgen. Die Kombination beider Anstiege könnte zu offensiven Attacken der Gesamtwertungsfavoriten einladen und noch vor der eigentlichen Bergankunft erhebliche Zeitabstände verursachen.
Für Fahrer wie Jonas Vingegaard, die ihre Stärken auf langen und anspruchsvollen Bergetappen ausspielen können, wäre ein solches Finale besonders interessant. Ob der Däne 2027 erneut beim Giro antritt, geht aus den bisherigen Streckenberichten allerdings nicht hervor.
Start in Rovereto – Österreich-Abstecher nach Lienz zunehmend unwahrscheinlich
Auch zur 19. Etappe gibt es inzwischen neue Hinweise. Demnach soll der vorletzte Abschnitt der entscheidenden Rennphase in Rovereto beginnen.
Gleichzeitig scheinen die Chancen auf einen Abstecher über die österreichische Grenze zu schwinden. Eine mögliche Zielankunft in Lienz wird nach den jüngsten Informationen zunehmend unwahrscheinlich.
Damit deutet vieles auf eine Giro-Ausgabe hin, die ihre Schwerpunkte stärker auf ausgewählte Regionen Mittel- und Norditaliens legt. Während die Emilia-Romagna voraussichtlich eine Gelegenheit für die Sprinter bietet, könnten die Bergankünfte in Norcia, Piani di Bobbio und Madonna di Campiglio entscheidenden Einfluss auf den Kampf um die Gesamtwertung nehmen.
Vor allem die Kombination aus Passo del Ballino, Passo Daone und dem Finale in Madonna di Campiglio verspricht eine anspruchsvolle Prüfung kurz vor dem Ende der dreiwöchigen Rundfahrt.
Bis zur offiziellen Präsentation am 3. November bleiben die genannten Streckendetails vorläufig. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass der Giro d'Italia 2027 mit mehreren anspruchsvollen Bergetappen und einer möglicherweise entscheidenden Schlusswoche aufwarten könnte.