Die Tadej-Pogacar-Show setzte sich am Dienstag bei der
Tour de France nahtlos fort, als
UAE Team Emirates - XRG einen weiteren souveränen Etappensieg einfuhr. Auf den Straßen des Massif Central dominierte er das Finale der 10. Etappe – ein Bastille-Day-Fest für den Slowenen, doch nicht überall wurde er mit offenen Armen empfangen.
Pogacar attackierte am vorletzten Anstieg der Etappe und ließ Jonas Vingegaard sowie die übrigen Podiumsanwärter stehen. Angesichts der Dominanz des Slowenen bei der Tour äußerten einige online ihren Unmut über den Kontrast zwischen Pogacar und dem restlichen Feld.
Kritik trifft nicht nur Pogacar. Auch sein
UAE-Team steht in der Schusslinie für die harte Kontrolle von Etappen, die traditionell Ausreißergruppen überlassen sind.
Pogacar und seine Mannschaft erleben nun eine andere Form der Kritik: Buhrufe am Straßenrand. Nach dem Triumph auf Etappe 10 erklärte Pogacar, wie ihn und sein Team solche Reaktionen zusätzlich motivieren.
„Ich habe sicher Hater, und Hater werden haten“, sagte er später in einem
Interview mit Medien.Pogacar spielt Bedeutung von Buhrufen im Radsport herunter
„Das ist immer so, auch wenn es im Radsport kein so großes Thema ist. Im Tennis oder Fußball wird viel mehr gebuht, dort stellt man sich deutlich stärker gegen ein Team.“
Pogacar zog den Vergleich zum Tennis und sagte, Fan-Groll erinnere ihn an Novak Djokovic – der während seiner Dominanz und seinen 24 Grand-Slam-Titeln erhebliche Kritik einstecken musste.
„Im Tennis heißt es eins gegen eins, da ist es naturgemäß 50/50. Ich denke immer an Djokovic und an seine großartige Mentalität. Ich glaube, er hat in dieser Hinsicht eine der besten Karrieren, inklusive der Buhrufe. Das ist nicht zwingend Hass, denn er ist der Größte.“
Buhrufe geben den UAE-Fahrern zusätzlichen Schub
Pogacar sieht Buhrufe im Radsport nicht als überwiegend negativ. Er betont, dass Kinder oft mehrere Teams unterstützen, und erkennt darin die schöne Vielfalt der Fankultur.
Er führte aus: „Wenn jemand buht, denke ich immer an Djokovic. Es ist, wie es ist. Ich muss auch sagen, dass es im Radsport kein großes Thema ist. 99% der Menschen feuern alle an. Wenn man Kinder aus einer Familie sieht: eines trägt Visma, ein anderes Groupama, und wieder ein anderes UAE. Man erkennt, dass sie Favoriten haben, sogar innerhalb einer Familie, und es ist sehr schön, all die Radsportfans zu sehen.“
Pogacar hatte eine Botschaft für Fans, die ihn oder UAE-Teamkollegen ausbuhen: „Ich finde, sie sind die besten Fans im gesamten Sport, und dafür sollten wir dankbar sein. An alle, die buhen: Wisst, dass das meinen Teamkollegen einen Schub gibt. Das gießt nur Öl ins Feuer“, fügte er hinzu.