Remco Evenepoel konnte kaum glauben, was er da hörte. Als der Belgier erfuhr, dass
Jonas Vingegaard in der Nacht um 2 Uhr für eine Dopingkontrolle geweckt worden war, reagierte er völlig verblüfft. Mehrfach stellte er infrage, ob eine Kontrolle zu einem derart ungewöhnlichen Zeitpunkt überhaupt zulässig sei.
Am Ende seines Gesprächs mit dem flämischen Sender Sporza wurde Evenepoel über den Vorfall informiert. In der Nacht hatte es an der Tür von Vingegaards Hotelzimmer geklopft. Der Däne musste sein Bett verlassen und sich einer Dopingkontrolle unterziehen.
„Um 2 Uhr?“, fragte Evenepoel ungläubig. „Das kann nicht sein. Nein, das ist doch nicht erlaubt? Das stimmt nicht.“
Die Nachricht schien den zweifachen Olympiasieger völlig unvorbereitet zu treffen. Als er gefragt wurde, wie er selbst reagieren würde, wenn die Kontrolleure mitten in der Nacht vor seinem Zimmer stünden, antwortete er mit einem trockenen Spruch.
„Was ich sagen würde, wenn sie um diese Uhrzeit an meinem Bett stehen? Nichts, denn ich würde einfach weiterschlafen.“
Evenepoel erwartet einen völlig anderen Renntag
Nach seiner erstaunten Reaktion auf die nächtliche Kontrolle richtete Evenepoel den Blick wieder auf das Sportliche. Dabei erwartet ihn ein anderes Szenario als auf den vorherigen Bergetappen.
Am Vortag konnte der Belgier auf den weniger steilen Kilometern in Richtung Ziel noch Zeit auf einige seiner Rivalen gutmachen. Dieses Mal endet die Etappe jedoch mit einer echten Bergankunft. Möglichkeiten zur Erholung oder zur Korrektur eines schwächeren Abschnitts dürfte es kaum geben.
„Ich mache einfach, was ich kann. Streckenkenntnis hilft natürlich immer“, erklärte Evenepoel. „Gestern gab es am Ende noch sechs Kilometer falsche Ebene. Dort konnte ich noch viel Zeit gutmachen.“
Auf der anstehenden Schlusssteigung werde diese Möglichkeit fehlen. Von Beginn an sei volle Konzentration gefragt.
„Es wird keine Fahrt im Sparmodus“
Evenepoel machte deutlich, dass er den finalen Anstieg nicht kontrolliert oder mit Reserven bestreiten kann. Stattdessen erwartet er ein Rennen am absoluten Limit.
„Heute ist es eine andere Geschichte. Es geht mit voller Kraft bis nach oben. Ich hoffe, keine Zeit zu verlieren oder sogar Zeit gutzumachen, wenn sich die Möglichkeit bietet.“
Die Charakteristik des Anstiegs verlange eine andere Herangehensweise. Taktisches Abwarten oder ein gleichmäßiges Tempo seien kaum eine Option.
„Es ist auf jeden Fall ein anderer Anstieg. Es wird keine Fahrt im Sparmodus und auch kein kontrolliertes Pacing.“