Nach einer sicheren Passage durch die chaotische
Auftaktetappe des Giro d’Italia 2026 rechnet
Jonas Vingegaard auf der 2. Etappe ins Landesinnere nach Veliko Tarnovo mit einem deutlich nervöseren und unberechenbareren Tag.
Der Kapitän von
Team Visma | Lease a Bike hielt sich am Freitag über weite Strecken tief im Peloton, während die Sprintteams um die Kontrolle vor dem sturzreichen Finale in Burgas rangen. Dort setzte sich Paul Magnier durch und holte den ersten Maglia Rosa dieser Rundfahrt.
Im Gespräch vor Etappe 2 mit Cycling Pro Net bezeichnete Vingegaard den Auftakt trotz des dramatischen Sturzes im Finale als einen der ruhigsten Renntage seiner Karriere. „Ja, es war insgesamt eine ziemlich ruhige Etappe“, erklärte Vingegaard. „Locker, nichts Besonderes. Es war eine der einfachsten, ruhigsten Etappen, die ich je erlebt habe, und es waren breite Straßen.“
Der Däne bestätigte zudem, dass Vismas Entscheidung, sich aus dem Sprintgetümmel herauszuhalten, vollkommen bewusst gefallen war. „Wir haben daher entschieden, einfach hinten zu sitzen, und damit ging kein Risiko einher“, so Vingegaard.
„Da vorne musst du sein“
Dieser Ansatz dürfte am Samstag kaum möglich sein. Zwar wird auf der 2. Etappe kein volles GC-Gefecht erwartet, doch der 221 Kilometer lange Parcours nach Veliko Tarnovo bietet ein deutlich anspruchsvolleres Finale als die gradlinige Sprintereröffnung des Giro.
Mehrere späte Anstiege, wiederholte Wellen und technische Straßen in den Schlusskilometern versprechen einen deutlich aggressiveren Positionskampf, bei dem Puncheure, Angreifer und Klassementfahrer gleichermaßen um die Kontrolle vor dem Ziel ringen dürften.
„Nun, du musst auf jeden Fall vorne dabei sein“, sagte Vingegaard. „Du musst bereit sein, denn es wird einen großen Kampf geben. Der Schlussanstieg ist definitiv hart. Also ja, du musst vorne sein und bereit dafür.“
Das Finale enthält zudem Kopfsteinpflasterpassagen und kurze, steile Rampen, die bei hohem Tempo späte Gruppenrisse provozieren könnten.
Jonas Vingegaard überquert die Ziellinie auf Etappe 1 des Giro d’Italia 2026
Vingegaard erwartet unberechenbares Finale
Auch wenn reine Kletterer so früh im Giro kaum Großangriffe lancieren dürften, sieht Vingegaard aufgrund der Unwägbarkeiten im Finale große taktische Offenheit.
„Ich denke, es kann im Grunde alles passieren“, erklärte er. „Eine Ausreißergruppe kann durchkommen. Es kann zu einem Sprint eines reduzierten Feldes kommen oder jemand versucht es am vorletzten Anstieg. Aber ja, am Ende wird es die Zeit zeigen.“
Nach dem Chaos der 1. Etappe deutet nun vieles darauf hin, dass die zweite Etappe am Samstag das erste wirklich unvorhersehbare Finale des Giro d’Italia 2026 bieten wird, mit deutlich präsenteren GC-Teams an der Spitze des Pelotons als in Burgas.