Patrick Eddy reiste ohne Favoritenstatus nach Perth. Wenige Stunden später stand er als australischer Meister wieder am Straßenrand. Nur Tage nach dem Beginn seiner ersten Saison beim Kontinentalteam Team Brennan setzte der ehemalige WorldTour-Profi einen perfekt getimten Sprint, fing
Luke Plapp auf den letzten Metern ab und stellte das Rennen im Finale komplett auf den Kopf.
Lange hatte alles nach einem kontrollierten Sieg für
Team Jayco AlUla ausgesehen. Titelverteidiger
Luke Durbridge setzte sich nach knapp 40 Kilometern Solo ab und schien das Rennen zu entscheiden. Doch ein später Vorstoß von Eddy, Plapp und Brennans Oliver Bleddyn schloss die Lücke im letzten Kilometer. Von diesem Moment an blieb Eddy eiskalt. Er wartete, positionierte sich klug und schoss schließlich aus Plapps Windschatten nach vorne, um sich den Titel bei den Elite-Männern zu sichern.
Vom WorldTour-Aus zurück nach ganz oben
„Das glaube ich nicht“, sagte Eddy ungläubig im Ziel. „Als die Ausreißer diesen Vorsprung hatten, dachte ich, das war’s, und wir fahren hier nur noch so eine Art Gran Fondo. Aber in den letzten 40 Minuten kam alles wieder zusammen, und ich dachte, ich sei ein bisschen durch, weil die Jayco-Jungs uns in der Überzahl waren, aber… Es ist noch nicht ganz angekommen.“
Bis Ende 2025 fuhr Eddy in der WorldTour für Picnic PostNL, ehe er zur Saison 2026 zu Team Brennan wechselte. Schon wenige Tage nach dem Saisonstart zeigte er eindrucksvoll, dass sein Leistungsniveau unverändert hoch ist.
Auch er selbst hatte den Sieg zwischenzeitlich bereits abgeschrieben. „Ich dachte, sie haben es mit der Flucht, ich dachte, Durbo macht’s wieder. Aber Saundo und Ollie waren in der letzten Stunde und den ganzen Tag über unglaublich. Wir sind definitiv die neuen Kids on the Block“, sagte Eddy über seine Teamkollegen Tristan Saunders und Oliver Bleddyn.
Hinter Eddy und Plapp sprintete Oscar Chamberlain spät noch auf Rang drei.
Team Jayco AlUla musste sich nach einer dominanten Rennphase am Ende mit Medaillen begnügen, statt den angestrebten nationalen Titel erneut zu verteidigen.