INEOS Grenadiers reisten mit einem der stärksten Aufgebote nach Paris–Nizza und wollten diese Tiefe direkt ausspielen. Die Entscheidung zahlte sich aus: Winterneuzugang
Dorian Godon stürmte zu seinem ersten Sieg im INEOS-Trikot.
Auf der ursprünglich für die Bergankunft an der Skistation Auron geplanten 7. Etappe galt Godon nicht als Favorit. Starker Schneefall und eisige Temperaturen machten das jedoch unmöglich. Nach zwei Streckenänderungen wurde ein 47 Kilometer kurzes Teilstück angesetzt, Zielort Isola, am Fuß des finalen Anstiegs.
„Wir wollten Rennen fahren. Wir haben die Fahrer dafür, wir waren sehr motiviert, wir haben für Rennbetrieb gestimmt und sind die ganze Zeit fokussiert geblieben. Das war unsere Stärke – immer konzentriert“, sagte Godon im Ziel. „Hier waren Wetter und Straßen in Ordnung. Ich bin sehr froh, dass wir fokussiert geblieben sind, alle waren motiviert, der Staff steht zu 200 % hinter uns.“
Eine Ausreißerjagd war nicht nötig, vielmehr die richtigen Männer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Genau das gelang dem Team. Nach einem sturzreichen, verschneiten Finale brachten Joshua Tarling und Sam Watson Godon perfekt in Position. Nachdem er an den Vortagen nur von Harold Tejada geschlagen wurde, der solo triumphierte, war
die Erleichterung beim französischen Meister groß.
„Jeder Tag war ein Schritt nach vorn. Gestern habe ich gezeigt, dass ich gewinnen kann. Heute – und schon gestern – hat das ganze Team 200 % für mich gegeben, jetzt haben alle Vertrauen in mich. Wenn ich eine Chance bekomme, nutze ich sie oft. Die Unterstützung war top, das ist sehr befriedigend.“
Vorbereitung auf die Tour de France?
INEOS trat in Frankreich mit einem enorm starken Kader an: Carlos Rodríguez stürzte früh und blieb unter seinen Möglichkeiten; Oscar Onley ging im Windkantenchaos zu Boden und gab später auf; Kévin Vauquelin mischt weiter im Podiumskampf mit; Joshua Tarling führte das Team zum TTT-Sieg; Straßenkapitän Michal Kwiatkowski sowie die Landesmeister Sam Watson und Dorian Godon bildeten den Sprintzug – beide mit Kletterqualitäten.
Es ist eine „Sieben“, die der Tour de France würdig ist – genau das schien das britische Team diese Woche einzuüben. „Das war die beste Belohnung. Es ist so etwas wie das Tour-de-France-Team der Saison. Es geht darum, neue Abläufe zu entwickeln, und für mich war auch vieles neu, inklusive Rennführung. Ich lerne – und ich lerne schnell, das ist gut.“
Auch wenn die morgige Etappe einem formstarken Godon erneut Chancen bieten könnte, will er den Moment auskosten: „Schon vor Saisonbeginn habe ich eine Flasche Wein gekauft, die ‚Satisfied‘ heißt, und die mache ich jetzt endlich auf“, scherzte er – eine wohlverdiente Feier.