„Es ist ein wunderbarer Tag für mich“ – Spaniens Klassement-Hoffnung Markel Beloki feiert seinen ersten Gesamtsieg als Profi

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 31 Juli 2026 um 11:00
Beloki
Markel Beloki hat den nächsten wichtigen Schritt in seiner Karriere gemacht. Zwar verpasste der junge Spanier auf der Schlussetappe der Tour de l'Ain 2026 den Tagessieg, doch das spielte am Ende keine Rolle. Der Kletterer sicherte sich erstmals eine Gesamtwertung auf Profiniveau – womöglich der Auftakt zu vielen weiteren Erfolgen.
Den Grundstein für den Gesamtsieg hatte Beloki bereits auf der vorletzten Etappe gelegt. Auf dem anspruchsvollen Teilstück mit zwei Überquerungen des Col de Portes (14,6 Kilometer mit 5,6 Prozent Steigung) setzte sich der Spanier als Solist ab und nahm seinen direkten Konkurrenten nahezu eine Minute ab. Mit diesem komfortablen Vorsprung konnte er den Finaltag deutlich kontrollierter in Angriff nehmen.

Beloki verteidigt Gelb trotz personeller Unterzahl

Auch die Schlussetappe verlangte den Fahrern mit rund 3.000 Höhenmetern alles ab. Zu den größten Schwierigkeiten zählte der Col de Menthières (9,2 Kilometer mit 6,2 Prozent Steigung). Dort versuchte Henrique Bravo vom Nachwuchsteam von Soudal–Quick-Step, den Gesamtführenden unter Druck zu setzen. Letztlich entschied jedoch ein Sprint einer stark dezimierten Spitzengruppe über den Etappensieg, in dem sich Axel Mariault durchsetzte. Belokis Gesamterfolg geriet dabei zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.
Markel Beloki in Aktion.
Markel Beloki feierte bei der Tour de l'Ain 2026 den ersten Gesamtsieg seiner Profikarriere und unterstrich damit sein großes Potenzial.
„Es ist ein wunderbarer Tag für mich. Es war ein sehr gutes Rennen, aber wir mussten es bis ganz zum Schluss kontrollieren“, sagte Beloki nach seinem ersten Gesamtsieg als Profi.
Besonders stolz zeigte sich der Spanier auf die Leistung seiner Mannschaft, die nach einem Ausfall am Vortag personell geschwächt ins Finale gegangen war.
„Wir wussten, dass es ein sehr harter Tag für das Team werden würde: Gestern haben wir einen Fahrer verloren und waren nur noch zu fünft, um das Rennen zu tragen. Wir wussten, dass diese Etappe kompliziert werden würde, aber wir haben alles im Griff behalten.“
Mit Blick auf seine eigene Entwicklung betonte Beloki, wie viel Arbeit hinter seinem Erfolg steckt. „Ich habe versucht, über weite Strecken die Kontrolle zu behalten, um meinen ersten Platz in der Gesamtwertung zu verteidigen. Ich arbeite jeden Tag hart, um vorne zu sein und auf Siege zu fahren. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber vorerst kommen meine nächsten Ziele sehr schnell: In vier Tagen stehe ich am Start der Vuelta a Burgos.“
Der 20-Jährige tritt dabei zunehmend aus dem Schatten seines berühmten Vaters. Markel Beloki ist der Sohn des früheren Grand-Tour-Podiumsfahrers Joseba Beloki und schaffte 2024 den Sprung in die WorldTour zu EF Education–EasyPost. Bereits im vergangenen Jahr gewann er eine Etappe sowie die Gesamtwertung der Tour Alsace (2.2) und feierte außerdem sein Debüt bei der Vuelta a España.
Seine Entwicklung setzte sich auch in dieser Saison fort. Nach einer erfolgreichen Rückkehr von seinem Giro-d'Italia-Debüt präsentiert sich Beloki in starker Verfassung und scheint bereit, das Jahr 2026 mit weiteren Erfolgen abzuschließen.
Auch seine Zukunft sorgt bereits für Spekulationen. Der Vertrag des Spaniers bei EF Education–EasyPost läuft zum Saisonende aus. Als möglicher neuer Arbeitgeber wird Netcompany INEOS gehandelt, wo sich ab 2027 mit Benjamín Noval ein weiteres spanisches Top-Talent dem Team anschließen soll.
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