„Es gibt noch zwei Fahrer, die etwas stärker sind“: Jorgen Nordhagen nimmt nach Top-5 bei der Romandie-Rundfahrt die Topstars ins Visier

Radsport
Montag, 04 Mai 2026 um 7:00
nordhagen
Es steht außer Frage, dass Jorgen Nordhagen früh den Stempel eines talentierten Rundfahrer erhielt, zumal ein Top-Team wie Visma | Lease a Bike nicht zögerte, dem Youngster bereits nach seiner ersten Juniorensaison einen WorldTour-Vertrag anzubieten. Und Nordhagen wird den Erwartungen mit starken Auftritten gerecht, zuletzt mit einem Top-5-Gesamtergebnis bei der Tour de Romandie.

Jorgen Nordhagens Romandie-Woche und Vuelta-Ausblick

Das Resultat kam nicht ohne entsprechenden Aufwand zustande, was es umso wertvoller macht. Die Woche begann eher unbefriedigend, da Nordhagen im Auftaktprolog etwas mehr Zeit auf die Rivalen verlor als erhofft. Er drehte die Lage jedoch rasch, wurde Vierter in der ersten Bergetappe und fuhr in Martigny mit Tadej Pogacar. Die 4. Etappe erwischte Nordhagen in etwas schwächerer Tagesform, doch am Sonntag krönte der junge Norweger seine Woche in der Königsetappe mit einem weiteren Top-5-Ergebnis.
„Es war ein hartes Finale – ich habe versucht, Lenny abzuschütteln, aber er war stark, es war nicht möglich“, seufzte Nordhagen am Mikrofon von Cycling Pro Net, nachdem er im Bergdorf Leysin die Ziellinie überquert hatte.
„Der Anstieg war hart, aber ich brauchte ihn gleichmäßiger, jetzt war es eher ein einminütiger Punch“, beschrieb der Norweger den Schlussanstieg – 14,3 Kilometer mit 5,9 % – auf dem die Gesamtwertung der diesjährigen Tour de Romandie entschieden wurde.

Taktik kostet Nordhagen das Podium

Während die Top-2 der Gesamtwertung vor der Sonntagsetappe praktisch fix waren, blieb für Nordhagen das Podium in Reichweite, da Lenny Martinez mit sieben Sekunden Vorsprung in Schlagdistanz lag. Und wie die ganze Woche über waren die beiden Youngster auf dem Weg nach Leysin unzertrennlich und kamen zeitgleich ins Ziel.
Trotz Nordhagens Bemühungen wich Martinez nicht und verteidigte Platz drei ohne Schwäche, auch wenn die Situation Nordhagen zeitweise frustrierte: „Er wollte nicht mitführen, also haben wir etwas rausgenommen. Aber ich verstehe ihn. In seiner Position würde ich auch nicht fahren. Das ist fair.“
So formierte sich die Gruppe, die um Rang vier fuhr (hinter Pogacar, Lipowitz und Roglic), erneut, als mehrere Fahrer zu Martinez und Nordhagen aufschlossen. Und obwohl Nordhagen am Schlussanstieg stärker wirkte als sein französischer Kontrahent, gelang ihm keine Lücke: „Die letzten 500 Meter ab der Rechtskurve waren zu punchig“, merkte er an.

Sommer geprägt vom Grand-Tour-Debüt

Nach Gesamtrang fünf bei der letztjährigen Tour of Guangxi steigerte Nordhagen seine persönliche Bestmarke bei einem WorldTour-Rennen nochmals, auch wenn er es lieber in einem tiefer besetzten Feld getan hätte. Ungeachtet dessen hat der norwegische Kletterer einen starken Frühlingsblock abgeschlossen, mit einem Gesamtrang zwei bei O Gran Camino und einem weiteren Top-GC-Resultat als Achter der UAE Tour zum Jahresbeginn.
Jorgen Nordhagen ist bekannt für seinen offensiven Rennstil
Jorgen Nordhagen ist bekannt für seinen offensiven Rennstil
Für den 21-Jährigen, der erst vor zwei Jahren voll vom Skilanglauf auf das Rad wechselte, ist das ein willkommener Schub mit Blick auf sein Grand-Tour-Debüt im Sommer bei der Vuelta a Espana.
„Es gibt mir das Vertrauen, dass ich da oben mit einigen der Besten kämpfen kann“, nickt er, verweist aber darauf, dass die Allerbesten noch eine Stufe darüber sind: „Da sind immer noch zwei Jungs, die etwas stärker sind, also muss ich heim und weiter trainieren.“
Während Nordhagens Vuelta-Debüt praktisch feststeht, ist das Vorbereitungsprogramm noch offen. Aktuell ist unklar, wann wir Nordhagen wieder im Einsatz sehen. Sicher ist nur eines: Wo immer die Straße hinführt, wird er wieder um den Sieg mitfahren.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading