„Ich habe genauso trainiert, wie für die Klassiker“: Tobias Lund Andresen bleibt bei seinem bewährten Ansatz für den Angriff auf einen Giro-Etappensieg

Radsport
Montag, 04 Mai 2026 um 9:00
Tobias Lund Andresen
Tobias Lund Andresen geht mit enormer Motivation in seinen Giro‑d’Italia‑Aufbau nach einer herausragenden Frühjahrskampagne, in der er sich zu einem der besten Klassikersprinter der Welt entwickelte. Der neue Zugang des Decathlon CMA CGM Team vor dieser Saison sprang in Abwesenheit der verletzten Kapitäne Olav Kooij und Tiesj Benoot in die Bresche, gewann eine Etappe beim Tour Down Under und die Cadel Evans Great Ocean Road Race zum Jahresauftakt, ehe eine Serie von Top‑10‑Ergebnissen folgte: 6. bei Omloop Het Nieuwsblad, 7. bei Kuurne‑Brussel‑Kuurne, 6. bei der E3 Saxo Classic und als Krönung Rang zwei bei In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem.

Andresens Giro‑Fokus und Sprintzug bei Decathlon CMA CGM Team

Für den 23‑jährigen Dänen bleibt jedoch wenig Zeit zur Pause, denn die nächste Aufgabe wartet bereits. Sicher, Andresen ist den Giro d’Italia schon gefahren (2024), damals lag der Fokus jedoch darauf, Erfahrung über drei Wochen zu sammeln, mit lediglich einem Top‑5‑Resultat. Zwei Jahre später zählt er zu den Sprintstars – neben Jonathan Milan, Dylan Groenewegen oder Paul Magnier.
Nach ein paar Tagen zu Hause zur mentalen Frische mit der Familie reist der Skandinavier mit breiter Brust zur Italien‑Rundfahrt an. „Diese Ergebnisse, die ich bereits geliefert habe, sind enorm wichtig fürs Selbstvertrauen vor dem, was kommt“, sagt er im Gespräch mit IDLProCycling bestimmt.
Wie gestaltete der Däne die letzten Wochen vor dem Giro? „Ich bin für eine Weile nach Dänemark zurückgekehrt, um Zeit mit meiner Familie zu verbringen, abzuschalten und den Kopf freizubekommen“, erklärt er. „Danach sind wir mit der Sprintgruppe zurück nach Spanien ins Trainingslager, um den Feinschliff für den Giro zu setzen und die Form erneut aufzubauen.“
Beim Giro muss Andresen seinen Wert auch in einfacheren Etappen als den Klassikern beweisen, doch er änderte wenig an seinem Ansatz – der im Frühling verlässlich funktionierte. „Ich habe vor allem versucht, bei den Basics zu bleiben und denselben Ansatz wie bei den Klassikern zu nutzen – weil ich denke, dass das auf beiden Ebenen funktioniert hat.“
Läuft alles nach Plan, könnte Andresen sogar in den Kampf um die Maglia Ciclamino eingreifen: „Wenn du ohnehin da bist, kannst du auch dafür gehen. Du würdest dich in der Schlusswoche ärgern, wenn du knapp dran bist, aber in der ersten Woche nichts dafür getan hast. Man geht da automatisch drauf – das wird vermutlich für so gut wie jeden schnellen Mann gelten.“
Für dieses Ziel wären ihm ein paar hügeligere Etappen recht, die in einem reduzierten Sprint enden – ohne andere Schnellfahrer im Finale –, doch die Organisatoren waren diesbezüglich in diesem Jahr nicht gerade „hilfsbereit“.
Tobias Lund Andresen während der 3. Etappe von Tirreno–Adriatico 2026
Tobias Lund Andresen während der 3. Etappe von Tirreno–Adriatico 2026

Ein eingespannter Zug und geteilte Kapitänsrolle

Auf italienischen Straßen teilt das Team die Ambitionen, mit Felix Gall für das Gesamtklassement und ohne dabei Andresens Ziele auch nur im Ansatz zu relativieren:
„Ich bekomme auch meine Jungs. Wir gehen mit demselben Anfahrerzug wie bei Tirreno–Adriatico, wo es richtig gut lief. Das sind Oliver Naesen, Rasmus Søjberg Pedersen und dann Tord Gudmestad als letzter Mann. Ich bin absolut heiß darauf!“
Der Optimismus in der Mannschaft ist groß, und der Fahrer macht keinen Hehl aus seiner Lust, nun den echten Schlagabtausch um Etappensiege gegen die weltbesten Finisher zu starten. Mit einem Team im Rücken, das in sein Potenzial investiert und mit bestechender Form anreist, ist der Skandinavier ein heißer Kandidat, die etablierte Sprint‑Hierarchie in Rom durcheinanderzubringen.
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