Lenny Martinez hat bei der
Tour de Romandie 2026 erneut seine Klasse unter Beweis gestellt. Nachdem er im vergangenen Jahr Rang zwei belegte, fuhr der Franzose diesmal auf den dritten Gesamtrang und bestätigte damit seine kontinuierliche Entwicklung seit seinem Profi-Debüt 2023. Mit diesem Ergebnis setzte er den Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Frühjahrskampagne.
Bereits auf der 1. Etappe zeigte Martínez seine Stärke, als er als einziger Fahrer die erste Attacke von
Tadej Pogacar kontern konnte. Auf der vorletzten Etappe versuchte er ein ähnliches Manöver, musste jedoch dem hohen Tempo Tribut zollen, während Florian Lipowitz die Lücke schloss und damit praktisch seinen zweiten Gesamtrang absicherte. Martínez ging als Dritter in die Schlussetappe – mit guten Chancen, diese Position zu verteidigen, auch dank der kontrollierenden Fahrweise von Bahrain Victorious.
Starke Teamleistung sichert Podiumsplatz
„Ehrlich gesagt fühlte ich mich während dieser Tour de Romandie von Tag zu Tag besser. Heute war ich am stärksten. Das zeigt, dass ich im Wochenverlauf zulege. Das Team hat heute einen fantastischen Job gemacht; sie haben mich gut geschützt und am Anstieg gearbeitet“, erklärte Martínez im Gespräch mit
CyclingPro.net. Mit Fahrern wie Antonio Tiberi und Damiano Caruso, die am Schlussanstieg das Tempo hochhielten, lag viel Verantwortung auf den Schultern des 22-Jährigen. „Es hat mich sehr gefreut, sie so zu sehen, das hat mir viel Kraft gegeben.“
Lenny Martínez verteidigt auf der Schlussetappe der Tour de Romandie 2026 seinen Podiumsplatz und bestätigt seine starke Frühform
Als am finalen Anstieg nach Leysin die entscheidenden Attacken von Pogacar und Lipowitz folgten, war das Tempo für Martínez letztlich zu hoch. „Gegen Ende wusste ich, dass Tadej attackieren würde. Ich wollte versuchen, mitzugehen, hatte aber etwas Angst, wie gestern zu explodieren“, gab er offen zu. „Er war ein bisschen stärker als ich, ebenso wie Lipowitz.“
Statt alles zu riskieren, setzte Martínez auf Kontrolle. Sein Fokus galt Jorgen Nordhagen von Visma - Lease a Bike, der nur sieben Sekunden hinter ihm in den Tag gestartet war. „Vor Nordhagen hatte ich großen Respekt; ich wollte nicht, dass er mir den Podiumsplatz wegnimmt.“ Diese Strategie zahlte sich aus: Martínez überquerte die Ziellinie als Sechster, elf Sekunden hinter dem Tagessieger – und sicherte sich damit Rang drei im Gesamtklassement.
Auf dem Podium – und mit klarer Perspektive Richtung Tour
In einer Ära, die von Ausnahme-Kletterern wie Pogacar, Jonas Vingegaard und zunehmend auch Paul Seixas geprägt wird, sind Podiumsplätze alles andere als selbstverständlich – insbesondere für einen Fahrer in Martínez’ Alter. Doch der Franzose überzeugte im Frühjahr mit bemerkenswerter Konstanz: Platz fünf bei Paris–Nizza inklusive Etappensieg vor Vingegaard, Rang zwei bei der Volta a Catalunya und nun ein weiteres Topresultat in der Romandie.
Lange galt seine fehlende Konstanz als Schwachpunkt, doch inzwischen präsentiert sich Martínez als deutlich kompletterer Fahrer. Für sein Team ist er damit eine vielversprechende Option im Hinblick auf die Tour de France – mit realistischen Chancen, auch dort im Gesamtklassement eine Rolle zu spielen. „Für mich war es perfekt. Ich hatte mir gute Dinge erhofft, und genau das ist bei Paris–Nizza passiert. Ich bin glücklich, dort gewonnen zu haben, vor allem vor Jonas [Vingegaard].“
„Ich hatte ein gutes Gesamtergebnis in Katalonien, und hier ebenfalls. Zudem bin ich gut in die Saison gestartet, auch bei Eintagesrennen“, ergänzte er. Seine Entwicklung – sowohl am Berg als auch im Zeitfahren und unter schwierigen Bedingungen – deutet darauf hin, dass dieser Aufwärtstrend anhalten kann.
„Im Moment läuft es gut, und jetzt gehe ich für zwei Wochen ins Höhentrainingslager, um die Tour de Suisse und die Tour vorzubereiten und auch dort etwas Gutes zu zeigen“, schloss Martínez.