Mit 36 jagt
Pello Bilbao keine Schlagzeilen. Er sucht Klarheit. Der Fahrer von
Bahrain - Victorious startet 2026 mit dem festen Vorsatz, wieder an sein bestes Niveau anzuknüpfen – mit einer Perspektive, die ebenso sehr von Erfahrung wie von Ambition geprägt ist. Nach einem für seine Verhältnisse ruhigen Jahr deuten frühe Signale darauf hin, dass das Fundament stabil bleibt.
Ein vierter Platz auf einer anspruchsvollen Etappe der Vuelta a Murcia und ein sechster Rang bei der Clasica Jaen Paraiso Interior sind keine Siege. Aber sie zeigen Form. Der Winter hat, nach seiner eigenen Einschätzung, seinen Zweck erfüllt.
Im Gespräch mit Marca zog Bilbao ein nüchternes Fazit zu seinem Saisonstart. „Ich bin mit guten Gefühlen in Murcia gestartet.“
Ein schlichter Satz, aber aufschlussreich. Der Fokus liegt nicht auf Ergebnissen, sondern auf Gefühl. Auf dem Gleichgewicht zwischen Beinen und Kopf, das letztlich entscheidet, ob Stärke in Erfolg mündet.
Ein Frühjahr, das sein Niveau definieren wird
Sein Frühjahrsprogramm lässt wenig Komfort zu. Strade Bianche, Itzulia, Amstel Gold Race, La Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich bilden einen fordernden Block, der traditionell die europäische Saison prägt. Danach folgt im Juli die Tour de France, die größte Bühne des Radsports und eine weitere Gelegenheit, sich mit der Spitze zu messen.
„Lust, loszulegen und vor allem, mich zu testen“, ergänzt Bilbao. In dieser Karrierephase zählt der Prozess genauso wie das Ergebnis. Er muss nicht beweisen, dass er vorne fahren kann. Das hat er bereits. Die eigentliche Frage ist, wie weit er sich noch pushen kann.
Sein Blick geht noch eine Ebene tiefer. „Ich möchte vergessen, was ich bisher gemacht habe, und versuchen, es zu genießen – im Bewusstsein, dass es immer weniger Möglichkeiten gibt, in diesem Zirkus weiterzumachen.“ Eine offene Reflexion eines Fahrers, dem die Endlichkeit der Zeit bewusst ist.
„Wir haben die Beine, aber nicht immer die Gelegenheit“
Der moderne Radsport lässt wenig Spielraum. „Oft haben wir die Beine, aber wir finden nicht die Gelegenheit.“
In einem hyperkompetitiven Peloton entscheiden häufig Timing und Kontext. Ein Zögern, eine verpasste Bewegung – und die Chance ist weg. Kraft allein reicht selten.
Bilbaos Vertrag läuft bis Saisonende, und er hält sich die Optionen offen. „Wir werden es im Laufe dieser Saison sehen.“ Es gibt keinen Druck, die Zukunft jetzt zu definieren. Der Fokus ist unmittelbar und pragmatisch.
„Ich weiß, dass die Arbeit im Winter gut war, jetzt heißt es, Rennen fahren und sehen, wo mein echtes Level liegt.“ Das fasst seine Mission 2026 am besten zusammen. Das Niveau messen. Den Moment ergreifen, wenn er kommt. Und, falls sich die Gelegenheit bietet, sie nutzen.