„Er wird ein dickes Ausrufezeichen setzen“ – Bradley Wiggins prognostiziert sofortiges Tour-de-France-Feuerwerk von Tadej Pogačar und UAE im Auftakt-Mannschaftszeitfahren
Bradley Wiggins erwartet, dass Tadej Pogačar schon ab der Auftaktetappe der Tour de France 2026 Vollgas gibt. Das Rennen startet in Barcelona mit einem 19,6-km-Mannschaftszeitfahren, doch der frühere Toursieger rechnet nicht damit, dass UAE Team Emirates – XRG es als kontrollierten Prolog vor den Bergen behandelt.
Das Format verleiht dem Auftakt einen besonderen Reiz. Für die Teamwertung zählt der erste Fahrer jeder Mannschaft im Ziel, die Zeiten für die Gesamtwertung werden jedoch individuell genommen. Auf einem Kurs, der Richtung Montjuïc endet, könnte das erste Gelbe Trikot an einen Klassementfahrer gehen und nicht nur an die schnellste Formation.
Im Podcast The Move sah Wiggins Pogačar in der Lage, diesen ersten Test sofort in eine Machtdemonstration zu verwandeln.
„Für das Mannschaftszeitfahren, glaube ich, wird Tadej morgen eine Überraschung liefern“, sagte Wiggins. „Das hat er dieses Jahr immer wieder getan, um ein Ausrufezeichen zu setzen.“
Wiggins: „Er tut Außergewöhnliches“
Pogačar startet die Tour auf der Jagd nach einem fünften Gelben Trikot und als klarer Topfavorit. Wiggins rechnet nicht damit, dass er bis zur ersten Bergetappe wartet, um Präsenz zu zeigen.
„Er hat dieses Jahr große Statements gesetzt, oder?“, führte Wiggins aus. „Wenn jemand anderes etwas geliefert hat, wie Jonas Vingegaard mit dem Giro-Sieg, kommt Tadej raus und wir haben es bei der Ronde von der Schweiz gesehen. Er tut Außergewöhnliches.“
Vingegaards Triumph beim Giro d’Italia hat die Vordiskussion zur Tour geprägt. Der Kapitän von Team Visma | Lease a Bike kommt mit einem bereits gewonnenen Grand Tour nach Barcelona, während Pogačars Antwort eine weitere dominante Vorstellung bei der Tour de Suisse war.
Vingegaard-Quiz für Radsportkenner
10 Fragen · ≈ 5 Min.
um in der Rangliste mitzumachen.
Das Mannschaftszeitfahren zum Auftakt wirft beide Teams direkt in den Kampf ums Gelbe Trikot. Visma reist mit Giro-Schwung an; UAE mit Pogačar, dem Favoritenstatus, und einer Mannschaft, die ihn vom Start weg in Position bringen soll.
Wiggins wurde 2012 als erster Brite Tour-Sieger
Kein sanfter Einstieg in Barcelona
Die erste Etappe ist kurz, aber keineswegs neutral. Zunächst geht es über schnelle City-Straßen, bevor der Schlussabschnitt Richtung Montjuïc ansteigt, wo Teamformationen reißen könnten und die individuelle GC-Zeitnahme besonders ins Gewicht fällt.
Mit individuell genommenen GC-Zeiten kann UAE die Etappe um Pogačar herum fahren, statt nur den kompletten Zug geschlossen ins Ziel zu bringen. Die ersten Kilometer können die Tempobolzer tragen, bevor der Schlussanstieg Pogačar die Chance gibt, als erster UAE-Fahrer die Linie zu überqueren.
„Und ich denke, er wird morgen diese Mannschaft anführen und ein großes Ausrufezeichen setzen“, sagte Wiggins. „Es würde mich nicht wundern, wenn Tadej morgen das Rennen gewinnt.“
Barcelona bietet das erste Gelbe Trikot, die ersten GC-Sekunden und die erste Möglichkeit für Pogačar, auf Vingegaards Giro-Formkurs zu antworten, noch bevor das Peloton die Straßenetappen erreicht.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.