Matthew Brennan’s Tour-Down-Under-Sieg basierte auf Überzeugung statt Opportunismus.
Team Visma | Lease a Bike setzte in den Schlusskilometern der Schlussetappe voll auf den 20-Jährigen – belohnt mit einem klaren Sprint-Erfolg.
Intern herrschte wenig Überraschung. Die engste sportliche Führung hatte die Etappe früh als Brennans beste verbleibende Chance identifiziert und entsprechend gefahren, auch als das Rennen keine Ruhe fand.
Filippo Fiorelli, der sein erstes WorldTour-Rennen für das Team bestritt, schilderte einen Tag ohne Verschnaufpause, der vom Start bis ins Ziel Glauben an den Plan verlangte.
„Heute war die härteste Etappe, es gab keinen Moment zum Durchatmen“, sagte er nach dem Ziel. „Aber wir wussten, dass es die richtige Gelegenheit für Matthew sein würde, und wir haben von Beginn an daran geglaubt.“
Commitment vor dem Finale
Als das Rennen in die entscheidende Phase ging, blieb der Abstand zur Ausreißergruppe hartnäckig groß. Statt zu warten, übernahm Fiorelli Verantwortung und machte Tempo. „Sechs Kilometer vor dem letzten Anstieg sah ich, dass die Lücke noch immer beträchtlich war, also habe ich mich voll dem Nachführen verschrieben“, erklärte er. „Danach haben meine Teamkollegen die Arbeit zu Ende gebracht.“
Diese Arbeit brachte Visma kontrolliert ins Finale und positionierte Brennan genau dort, wo er sein musste. Nachdem es früher in der Woche knapp nicht gereicht hatte, vollendete der Brite diesmal ohne Fehler.
Für Fiorelli war seine Rolle genau der Grund, warum er verpflichtet wurde. „Visma hat mich aus diesem Grund geholt: zu arbeiten und meine Kapitäne zum Sieg zu führen“, sagte er. „Ich bin glücklich, zu Brennans Erfolg beigetragen zu haben.“
Interner Glaube war längst vorhanden
Das Lob im Team ging über die einzelne Etappe hinaus. Fiorelli verwies eher auf Brennans Entwicklung als nur auf das Resultat. „Er ist der Sprinter der Zukunft“, sagte er. „Er hat es letztes Jahr gezeigt und bestätigt es jetzt wieder zum Saisonstart.“
Diese Einschätzung erklärt, warum Visma die Woche über am Ansatz festhielt, auch wenn die Ausführung nicht immer perfekt war. Brennan reiste bereits mit WorldTour-Siegen nach Australien, doch dieser Triumph war das Ergebnis einer Mannschaft, die klar um ihren Leader fuhr.
Fiorelli würdigte auch den nächsten Schritt im Umfeld. „In der Schule der Familie Reverberi habe ich viel gelernt, aber hier sind wir in einer anderen Dimension“, sagte er und unterstrich den Unterschied in Struktur und Anspruch.
Ein Fundament für das, was folgt
Der Tour-Down-Under-Sieg setzt den Ton für beide Saisons. Fiorelli bestätigte, dass er für zwei weitere Rennen in Australien bleibt, bevor es nach Europa für die Ruta del Sol, Kuurne, Strade Bianche und Tirreno–Adriatico geht – im Dienst für Leader wie Brennan, Christophe Laporte und Wout van Aert.
Für Brennan ist die Botschaft innerhalb von Visma eindeutig. Das war weder Trostpreis noch Entwicklungslauf. Es war ein Rennen, das identifiziert, so gefahren und gewonnen wurde – mit ihm klar im Mittelpunkt.
Der Glaube war vor dem Start da. Am Ende passte endlich auch die Ausführung.