„Vielleicht sollte ich wieder eine Lizenz lösen“: Sven Nys schmunzelt, als Mathieu van der Poel seinen lange bestehenden Weltcup-Siegrekord bricht

Cyclocross
Sonntag, 25 Januar 2026 um 20:00
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Der Rekord, der nun endlich den Besitzer wechselte, änderte Sven Nys’ Sicht kaum. Nachdem er gesehen hatte, wie Mathieu van der Poel mit seinem 51. Weltcup-Sieg in Hoogerheide allein davonfuhr, reagierte der ehemalige Maßstabhalter nicht mit Nostalgie oder Abwehr, sondern mit wissendem Lächeln.
„Vielleicht sollte ich wieder eine Lizenz beantragen“, witzelte Nys, um den Gedanken sofort zu erden. „Obwohl ich nicht glaube, dass ich ihn noch schlagen könnte“, fügte er bei VTM Nieuws hinzu.
Schon einen Tag zuvor, als Van der Poel mit 50 Siegen gleichzog, hatte Nys den Moment als unausweichlich eingeordnet. Dass der Rekord nun klar gebrochen ist, änderte nichts an diesem Ton. Stattdessen betonte er, was sich seiner Ansicht nach abzeichnet.

Nys genießt den Moment, nicht die Marke

„Ich kann genießen, wie Van der Poel hier herumfährt“, sagte Nys. „Er ist, glaube ich, die beste Version seiner selbst.“ Es klang nicht nach einer einmaligen Spitze, sondern nach einem Fahrer, der scheinbar mühelos sein höchstes Niveau erreicht.
Nys untermauerte diese Sicht, indem er auf Van der Poels bisherige Leistungen auf diesem Kurs verwies. Er erinnerte an die WM 2023 in Hoogerheide, als Van der Poel Wout van Aert nach langem Duell im Sprint schlug. „Er ist ein kompletter Athlet“, sagte Nys, „einer, an dem wir uns erfreuen sollten, so lange er hier noch startet.“
Die Frage, wie lange Van der Poel dem Cross noch als Stammkraft erhalten bleibt, ist nie weit weg. Nys widersprach der Idee, die Geschichte neige sich dem Ende zu. „In zwei Jahren findet die Weltmeisterschaft wieder hier statt“, sagte er. „Ich gehe davon aus, dass er dann dabei ist.“

Andere Stimmung im Nys-Camper

Nicht alle im Umfeld von Nys teilten am Sonntagnachmittag diese Ruhe. Thibau Nys verpasste nach einem taktischen Fehler im Sprint hinter Van der Poel das Podium, eine Enttäuschung, die sein Vater nicht beschönigte.
„Er versteht, dass er es heute taktisch verloren hat“, sagte Nys. „Er spürte, dass er den Unterschied machen konnte, aber es war nicht groß genug.“ Dennoch betonte er, das Vertrauen bleibe intakt. „Thibau hat Vertrauen in seine Form, und das wird nächste Woche durchkommen“, sagte er mit Blick auf die Weltmeisterschaften.
Nys ordnete die Enttäuschung auch als potenziell nützlich ein. „Ein Moment wie dieser kann auch Schärfe, Fokus und Aggressivität bringen“, sagte er.
Am Ende wirkte der Rekordwechsel weniger wie ein Schlusskapitel als wie eine natürliche Entwicklung. Nys’ Name steht vielleicht nicht mehr allein an der Spitze der Weltcup-Liste, doch seine Reaktion machte klar, dass er Van der Poels Dominanz nicht als Bruch mit der Vergangenheit sieht, sondern als Fortsetzung des Sports auf höchstem Niveau.
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