„Zweimal so früh zu gewinnen, übertrifft meine kühnsten Träume“: Tom Crabbe entpuppt sich als Belgiens neuestes Sprintertalent

Radsport
Montag, 02 März 2026 um 10:00
Tom Crabbe
Der Auftakt der Radsaison 2026 hat mehrere spannende junge Fahrer ins Rampenlicht gerückt – und der 20-jährige Belgier Tom Crabbe gehört dazu. Für Team Flanders - Baloise startend, hat Crabbe bereits zwei beeindruckende Sprintsiege in Frankreich und Spanien eingefahren und seiner Mannschaft einen dringend benötigten Schub an Optimismus beschert.

Unglaublicher Saisonstart

Während Fahrer wie Isaac del Toro und Paul Seixas die Schlagzeilen bestimmten, hat sich Crabbe leise, aber bestimmt als Fahrer zum Merken etabliert. Er eröffnete seine Saison 2026 perfekt, indem er die Auftaktetappe der Etoile de Bessèges gewann und Lukas Kubis im ansteigenden Sprint auf der Zielgeraden schlug.
Dieser Sieg war der erste für Team Flanders-Baloise seit zwei Jahren und die Wirkung unmittelbar. „Man merkt, dass so ein Erfolg viel Euphorie und Motivation ins Team bringt“, sagte Crabbe im Gespräch mit Sporza.
Anschließend bewies er seine Vielseitigkeit mit einem zweiten Sieg im Massensprint auf flachem Terrain auf der 4. Etappe der Vuelta a Andalucia. Diese Resultate kamen nicht aus dem Nichts; schon im Vorjahr deutete er sein Potenzial an, als er bei allen vier Sprintetappen der Tour of Britain in die Top 10 fuhr – darunter ein zweiter Platz hinter Olav Kooij.
Dennoch überraschte ihn die Geschwindigkeit des Aufstiegs selbst. Der Sieg in Spanien war besonders bedeutsam, weil er zeigte, dass er auch auf flacher Strecke gewinnen kann. „Jetzt ist es wirklich so weit, dachte ich“, sagte Crabbe. „Es war schön, die Bestätigung zu bekommen, dass ich auch in Massensprints schnell bin. Aber manchmal wirkt es immer noch unwirklich, dass alles so schnell passiert.“
Dass Crabbe dieses Niveau erreichen würde, war nicht immer absehbar. In den Nachwuchsklassen hatte er oft Mühe, im Feld mitzuhalten. Er gibt zu, dass er den Sport damals nicht besonders ernst nahm. „Vielleicht habe ich es zu sehr für meinen eigenen Spaß gemacht und tatsächlich nicht genug trainiert“, räumte er ein.
Ein paar Jahre später ist alles anders. In seinem zweiten Profijahr bei Team Flanders-Baloise ist das Rennen todernst – und sein fokussierter Ansatz zahlt sich aus. „Im Trainingslager wurde gescherzt: ‚Wirst du ein Rennen gewinnen?‘ Aber ich hatte mit meinem Trainer einen klaren Plan“, erklärte er. „Dass dabei so früh im Jahr schon zwei Siege herausgesprungen sind, übertrifft meine kühnsten Träume.“
Der schnelle Erfolg hat Crabbe ein besonderes „Luxusproblem“ beschert. Er hatte sich vorgenommen, in dieser Saison insgesamt zwei Rennen zu gewinnen. „Das habe ich etwas schneller erreicht als erwartet“, sagte er. „Also muss ich mir gut überlegen, was noch möglich ist – ohne mir zu viel Druck zu machen.“
Tom Crabbe jubelt nach dem Sieg auf der 4. Etappe der Vuelta a Andalucia 2026
Tom Crabbe jubelt nach dem Sieg auf der 4. Etappe der Vuelta a Andalucia 2026

Traum vom Grünen Trikot

Mit Blick nach vorn sind Crabbes Ambitionen deutlich größer. Als Kind schaute er jeden Sommer die Tour de France und war fasziniert vom Kampf um das Grüne Trikot. „Ich war immer ein großer Fan von Peter Sagan“, verriet er. „Das ist noch ein sehr ferner Traum. Aber wenn ich träumen darf, hoffe ich, eines Tages dort mit dem Grünen Trikot auf dem Podium stehen zu können.“
Vorerst bleibt er beim Blick auf das Naheliegende. „Ich denke, ich will es im Moment vor allem Schritt für Schritt angehen. Die Pläne für die nächsten drei Jahre abstecken.“
Ob diese Pläne bei Team Flanders-Baloise Realität werden, ist offen. Seine jüngsten Resultate haben natürlich das Interesse größerer Teams geweckt. „Letztes Jahr gab es schon leichte Anfragen, jetzt ist es, glaube ich, etwas konkreter. Aber im Moment möchte ich mich auf meine Leistungen konzentrieren und so viel Freude wie möglich daraus ziehen“, schloss er.
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