„Er fuhr wie ein Fahrer, der den Giro d’Italia gewinnen kann“ – Brian Holm beeindruckt vom angriffslustigen Jonas Vingegaard auf Etappe 2

Radsport
Sonntag, 10 Mai 2026 um 13:30
Jonas Vingegaard
Jonas Vingegaard gewann Etappe 2 des Giro d’Italia zwar nicht, doch seine erste echte Beschleunigung des Rennens reichte, um Brian Holm zu überzeugen: Der Däne wirkt bereits wie ein Fahrer, der in Rom Rosa tragen kann.
Der Visma | Lease a Bike-Kapitän griff nahe der Kuppe des Lyaskovets Monastery Pass an, rund 11,5 Kilometer vor dem Ziel in Veliko Tarnovo. Giulio Pellizzari und Lennert Van Eetvelt konnten als Einzige mitgehen, und zeitweise sah es so aus, als könne das Trio bis ins Ziel durchziehen.
Sie wurden jedoch vor dem Ziel gestellt, wo Guillermo Thomas Silva zum Sieg sprintete und für XDS Astana ins Maglia Rosa fuhr. Dennoch war Vingegaards Vorstoß eines der klarsten sportlichen Signale eines chaotischen Tages, geprägt von Stürzen, Regen und einer vorübergehenden Neutralisation.
Im dänischen Eurosport nach der Etappe lobte Holm sowohl Vingegaard als auch die Art, wie Visma das Finale kontrollierte. „Ich finde, die Mannschaft ist absolut fantastisch gefahren“, sagte er.

„Ihm ging ein wenig der Anstieg aus“

Vingegaards Attacke kam spät am letzten kategorisierten Anstieg, mit etwa 700 bis 800 Metern bis zur Kuppe. Kaum beschleunigte er, zerfiel die Gruppe sofort, doch das Timing ließ dem Führungstrio nur wenig Straße, um vor Abfahrt und Schlusskilometern einen entscheidenden Vorsprung herauszufahren.
Für Holm war dies der eine Aspekt, der anders hätte laufen können. „Es ist sehr leicht, hier zu stehen und das zu sagen, aber ihm ging ein wenig der Anstieg aus“, sagte Holm. „Das lag daran, dass er so spät ging. Ich meine, er ging, als noch 800 Meter übrig waren.“
Der Ex-Profi und langjährige Radsport-Insider deutete an, dass ein früherer Angriff den Ausgang komplett verändert haben könnte. „Man hätte träumen können, dass er von unten losfährt, und dann hätte er vielleicht 10 Sekunden an der Kuppe gehabt“, erklärte Holm. „Dann, denke ich, hätte er eine faire Chance gehabt, alleine heimzufahren.“
Dazu kam es nicht, und Vingegaard beendete den Tag letztlich in der ersten Gruppe, ohne Etappensieg oder Maglia Rosa. Der Vorstoß zeigte jedoch, dass Visma bereits vor der Einfahrt des Giro nach Italien bereit war, proaktiv zu fahren.

Holm erkennt Anzeichen für einen Giro-Sieg

Vingegaards Attacke folgte auf einen Abschnitt, in dem Visma die Etappe ganz anders anging als die 1. Etappe. Nach zurückhaltender Fahrweise im Auftaktsprint war das niederländische Team auf Etappe 2 deutlich präsenter und hielt seinen Kapitän vor dem heiklen Finale konsequent in Position.
Der Angriff kam zudem, nachdem ein Massensturz das Feld vor dem Schlussanstieg getroffen hatte. Wilco Kelderman und Tim Rex gehörten zu den betroffenen Visma-Profis, doch Vingegaard blieb verschont und konnte nach der Rennfreigabe schnell wieder umschalten.
Für Holm zählte das Endergebnis weniger als der Eindruck, den Vingegaard auf der Straße hinterließ. Der dänische Topfavorit wirkte scharf, entschlossen und bereit, den Giro lange vor den Hochgebirgen zu prägen. „Er ist fantastisch gefahren, und er fuhr wie ein Fahrer, der den Giro d’Italia gewinnen kann“, sagte Holm.
Etappe 2 brachte Vingegaard nicht die Gesamtführung, war aber eine frühe Warnung an das restliche Giro-Feld. Wenn die Straße ansteigt und das Rennen enger wird, ist Vismas Kapitän bereits bereit, den ersten Schlag zu setzen.
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