Der Giro d’Italia 2026 findet vom 08. bis 31.05. statt. Er ist die erste Grand Tour der Saison, umfasst 21 Etappen und führt durch viele ikonische italienische Städte, die mythischen Alpen und etliche tückische Abschnitte – jeder davon kann die Chancen der Kletterer auf den Gesamtsieg zunichtemachen. Wir blicken auf Etappe 3, deren Start um 12:15 Uhr und Zielankunft um 16:30 Uhr CET erwartet wird.
Die erste Ausgabe der Corsa Rosa fand 1909 statt, Sieger war Luigi Ganna. Italien zählt seit jeher zu den prägenden Nationen im Profiradsport, und der Giro bot Jahr für Jahr die Bühne, auf der die größten Fahrer ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnten. Es ist eines der traditionsreichsten Rennen. Eddy Merckx, Alfredo Binda und Fausto Coppi gewannen jeweils fünfmal und teilen sich den Rekord.
Diese Fahrer prägten verschiedene Epochen, doch auch Siege von Gino Bartali, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Marco Pantani stehen exemplarisch für prägende Generationen. In den vergangenen Jahrzehnten triumphierten seltener Italiener; Vincenzo Nibali war 2016 der bislang letzte Heimsieger. Namen wie Alberto Contador, Nairo Quintana, Tom Dumoulin und Chris Froome sind ebenfalls auf dem Trofeo Senza Fine (dem „endlosen“ Giro-Pokal) verewigt.
Tao Geoghegan Hart gewann die „Covid-Ausgabe“ 2020; Egan Bernal siegte 2021; Jai Hindley holte 2022 den Gesamtsieg; 2023 schlug Primoz Roglic Geraint Thomas in einem dramatischen finalen Bergzeitfahren und gewann seinen ersten Giro; 2024 dominierte Tadej Pogacar die Rundfahrt von Start bis Ziel, während 2025 der Brite Simon Yates nach einer brillanten Attacke auf der Schlussetappe im Hochgebirge das Rosa Trikot übernahm und Isaac del Toro entthronte.
Streckenprofil Etappe 3: Plovdiv - Sofia
Etappe 3: Plovdiv - Sofia, 175 Kilometer
Etappe 3 ist eine weitere Chance für die Sprinter. Zur Rennmitte steht ein kurzer Anstieg an, aber er ist nicht allzu schwer, und der restliche Verlauf ist bretteben – das sollte die schnellen Männer kaum stören.
175 Kilometer von Plovdiv nach Sofia, mit einem 9 Kilometer langen Anstieg à 5 % zur Hälfte der Distanz. Das Finale ist so simpel wie nur denkbar, denn die Anfahrt in Bulgariens Hauptstadt ist nicht nur völlig flach, sondern verläuft schnurgerade. Tatsächlich rollen die Fahrer über Dutzende Kilometer in einer Geraden direkt auf die Ziellinie zu – ideal für reine Sprinter. Das weckt Erinnerungen an die UAE Tour, nur im osteuropäischen Setting.
Die Favoriten
Wind spielt keine Rolle, und mit Blick auf die Rennhaltung an den ersten Tagen ist kaum mit einer großen Fluchtaktivität zu rechnen. Das Feld dürfte einen ruhigen Tag erleben, ohne technische Tücken auf dem Weg nach Sofia.
Dort kommt es zum zweiten Massensprint. Wieder ohne technische Feinheiten, sodass Positionierung in den letzten Kilometern und die Körner für den finalen Antritt entscheidend sind. Wir sahen, wie ein
Jonathan Milan am Freitag völlig ausgebrannt in den Sprint ging und die Beine fehlten. Da das Feld sehr frisch ins Finale kommt, werden die Geschwindigkeiten extrem hoch sein und der Sprint nicht linear verlaufen.
Entsprechend kann der Sieg in viele Richtungen fallen, doch
Paul Magnier hat sich am ersten Tag bereits bewiesen und sein Anfahrerzug funktionierte im Konzert der großen Teams perfekt – das kann er wiederholen.
Tobias Lund Andresen mischt ebenfalls mit und ist ein weiterer Siegkandidat.
Kaden Groves stürzte und könnte es schwerer haben, während Dylan Groenewegen zwar ebenfalls zu Boden ging, dessen Chancen ich aber unverändert einschätze. Ein reiner Flachsprint liegt ihm.
Ethan Vernon, Ben Turner, Giovanni Lonardi, Madis Mihkels, Luca Mozzato, Paul Penhoët, Orluis Aular, Pascal Ackermann, Erlend Blikra, Arnaud de Lie und Matteo Malucelli sind weitere Namen, die man fürs Finale auf dem Zettel haben sollte.
Prognose Giro d’Italia 2026, Etappe 3
⭐⭐⭐ Jonathan Milan, Tobias Lund Andresen, Paul Magnier
⭐⭐ Dylan Groenewegen, Ethan Vernon
⭐ Kaden Groves, Ben Turner, Paul Penhoët, Orluis Aular, Erlend Blikra, Arnaud de Lie, Matteo Malucelli
Tipp: Paul Magnier
Wie: Regulärer Massensprint.