Wout van Aert hat sein siegreiches Renn-Comeback beim Marly Grav gefeiert. In Valkenburg setzte er sich auf den letzten Kilometern des 150-km-Gravelrennens solo ab und unterstrich vier Wochen nach seinem Triumph bei Paris–Roubaix seine Form.
Der Star von
Team Visma | Lease a Bike bestritt sein erstes Rennen seit dem Meilenstein im „Kopfsteinpflaster der Hölle“ und verwandelte seinen überraschenden Start in der UCI Gravel World Series prompt in eine weitere Machtdemonstration auf rauem Terrain.
Van Aert prägte das Rennen bereits in den frühen Kilometern, doch die Entscheidung fiel innerhalb der letzten 25 Kilometer. Nachdem er den Großteil des Tages in der entscheidenden Spitzengruppe verbracht hatte, attackierte der Belgier beim Ausgang eines Waldwegs und riss sofort eine Lücke zu seinen Verfolgern.
Auf den letzten 16,8 Kilometern lag Van Aert 30 Sekunden vor Niels Vandeputte, Rick Ottema, Jonathan Vervenne und Gravel-Weltmeister
Florian Vermeersch. Pascal Eenkhoorn folgte mit einer Minute Rückstand, die nächste Gruppe lag bereits 2:45 zurück. Innerhalb des letzten Kilometers hielt Van Aert weiterhin mehr als eine halbe Minute Vorsprung, während die Verfolger den Kampf um die weiteren Podestplätze austrugen.
Van Aert distanziert UAE-Regenbogen in Limburg
Für Straßenfans klang vieles nach seinem vorherigen Auftritt. Vier Wochen nach Paris–Roubaix vollendete er erneut ein Rennen auf ruppigen Wegen, nachdem er einen Fahrer von UAE Team Emirates – XRG im Regenbogentrikot abgeschüttelt hatte.
Diesmal hieß er Vermeersch, der amtierende Gravel-Weltmeister, nicht Tadej Pogacar, und die Konstellation war eine andere. Das Bild blieb dennoch prägnant: Van Aert allein vorn, treibend über zerfurchtes Gelände, dahinter das Regenbogentrikot von UAE.
Das Rennen war früh offensiv. Nach nur acht Kilometern rückte Van Aert an die Spitze, dann setzte er über 100 Kilometer vor dem Ziel eine erste große Beschleunigung. Zunächst konnte nur Vermeersch folgen, ehe sich später eine größere Spitzengruppe formierte.
Rund 80 Kilometer vor dem Ziel fuhr Van Aert in einer vierköpfigen Gruppe mit Vermeersch, Jonathan Vervenne und Georg Egger. Kurz darauf schlossen Vandeputte, Eenkhoorn und Ottema auf, bevor das Feld an der Spitze in der Schlussphase wieder ausgedünnt wurde.
Etwa 60 Kilometer vor Schluss testete Van Aert die Gruppe erneut, setzte sich kurz ab und wurde wieder gestellt. Der siegbringende Angriff kam deutlich später, als Eenkhoorn bereits den Anschluss verloren hatte und sich die übrigen Spitzenreiter belauerten.
Für einen Fahrer, dessen letztes Rennen mit einem der größten Siege seiner Karriere in Roubaix endete, war dies eine andere Art von Rückkehr. Doch Van Aert formte erneut das vertraute Bild: solo an der Spitze, kraftvoll über raues Terrain, während alle anderen hinterherjagten.