Elisa Longo Borghini hat die
Tour de France Femmes 2026 zwar nicht in absoluter Topform bestritten, sich mit großer Zähigkeit und bemerkenswerter Konstanz aber dennoch einen Platz auf dem Podium erkämpft. Während im Laufe der Woche zahlreiche Mitfavoritinnen aus dem Rennen um die Gesamtwertung fielen, behauptete sich die italienische Meisterin – und wurde dafür mit dem dritten Gesamtrang belohnt.
Auf der Schlussetappe in Nizza entbrannte der Kampf um das Gesamtklassement bereits früh, als das Hauptfeld schon zu Beginn des Tages auf eine kleine Gruppe der stärksten Fahrerinnen zusammenschmolz. Als die bis dahin drittplatzierte Marlen Reusser rund 60 Kilometer vor dem Ziel zunächst den Anschluss verlor und wenig später auch noch stürzte, eröffnete sich für Longo Borghini eine große Chance. Fortan musste sie vor allem verhindern, mehr als eine Minute auf Antonia Niedermaier zu verlieren, die zuvor für Kasia Niewiadoma gearbeitet hatte.
Longo Borghini konzentriert sich auf Niedermaier
Die defensive Herangehensweise erwies sich für Longo Borghini als die richtige Strategie, denn am finalen Anstieg zum Col d'Eze fühlte sich die Italienerin selbst nicht bei 100 Prozent. Dem Angriff von Demi Vollering im Gelben Trikot zu folgen, kam deshalb nicht infrage. Mit der Unterstützung von Paula Blasi gelang es den Fahrerinnen von UAE Team L'IMAD jedoch, sämtliche gefährlichen Situationen unter Kontrolle zu halten.
Elisa Longo Borghini beendet die Tour de France Femmes 2026 auf dem dritten Gesamtrang und feiert damit ihr bislang bestes Ergebnis bei der Frankreich-Rundfahrt.
„Ich habe Paula (Teamkollegin Paula Blasi, Anm.) gesagt, sie soll an den Anstiegen nicht zu hart fahren“, erklärte die italienische Meisterin. „Ich konnte mit Demi (Vollering) und Kasia (Niewiadoma) nicht mitgehen. Also habe ich mich schließlich auf Niedermaier konzentriert, um das bestmögliche Ergebnis zu holen. Ich habe darauf geachtet, dass sie nicht attackieren kann.“
„Am Ende sind wir mit Paula auf den Sprint gegangen. Ich selbst hatte im Finale sogar einen Plattfuß. Aber das war's mit dem Pech in diesem Jahr. Im Vergleich zu den Vorjahren war es gar nicht so schlimm. Es ist unglaublich, dass ich hier auf dem Podium stehe“, sagte die Fahrerin von UAE Team L'IMAD.
Endlich ein Podium bei der Tour de France Femmes
Longo Borghini beendet die
Tour de France Femmes 2026 damit
auf dem dritten Gesamtrang. Ihr Rückstand auf Gesamtsiegerin Demi Vollering beträgt 4:19 Minuten. Für die Italienerin ist es zugleich das beste Ergebnis ihrer bisherigen Teilnahmen an der Frankreich-Rundfahrt, nachdem sie die Tour zweimal nicht beendet hatte und einmal den sechsten Platz belegte.
Für die 34-Jährige steht nun zunächst die Erholung im Mittelpunkt. Anschließend möchte Longo Borghini frisch zu den Welt- und Europameisterschaften sowie zu den italienischen Herbstklassikern zurückkehren. „Jetzt will ich einfach nach Hause, meine Freunde und Familie sehen. Und eine Woche auf dem Sofa liegen“, schloss sie lachend.
Auch insgesamt kann UAE Team L'IMAD auf eine äußerst erfolgreiche Tour zurückblicken. Neben Longo Borghini schafften es zwei weitere Fahrerinnen des Teams unter die besten Sieben der Gesamtwertung: Paula Blasi beendete die Rundfahrt auf Rang fünf und wurde zudem Zweite der Nachwuchswertung, während Dominika Wlodarczyk den siebten Platz belegte. Entsprechend sicherte sich das Team aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auch den Sieg in der Mannschaftswertung.