Kaden Groves ist der nächste prominente Fahrer, der die
Giro d’Italia 2026 aufgeben musste. Der Sprinter von
Alpecin-Premier Tech stieg auf der 4. Etappe aus, nachdem er weiter unter den Folgen seines Sturzes am Auftakttag litt.
Der Australier war im chaotischen Finale der 1. Etappe in Burgas schwer zu Boden gegangen, als ein Massensturz den Sprint entschied, den Paul Magnier gewann. Groves fuhr die folgenden Abschnitte zwar weiter, seine Verfassung blieb jedoch fragil, als das Rennen von Bulgarien nach Italien übersiedelte.
Im Gespräch mit TNT Sports vor dem Start der 4. Etappe räumte Groves ein, dass ihn die Sturzfolgen weiterhin beeinträchtigen, und er seine Lage unterwegs prüfen wolle. „Ich nehme es Tag für Tag und schaue, wie es am Berg läuft. Ich muss nichts riskieren“, sagte er.
Groves’ Giro endet vor dem ersten italienischen Finale
Die 4. Etappe von Catanzaro nach Cosenza galt ohnehin als heikel für reine Sprinter. Der Parcours führte über den langen Anstieg zum Cozzo Tunno, bot ein technisches Finale und einen ansteigenden Schlusskilometer – ein schwerer Tag für jeden Fahrer, der bereits Blessuren mit sich trägt.
Bei Groves lag das Problem nicht nur im Profil. Sein Sturz auf der 1. Etappe hatte Schulter-, Kopf- und Nackenbereich in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl er zunächst weiterfuhr, bedeutete der erste Tag auf italienischen Straßen das frühe Aus für seinen Giro.
Sein Rückzug erweitert die lange Liste der Fahrer, deren Rennen in den ersten Tagen durch Stürze geprägt oder beendet wurden. Matteo Moschetti musste nach dem Massensturz der 1. Etappe aufgeben, während der Horrorcrash auf Etappe 2 die Rennen mehrerer namhafter Profis beendete, darunter Adam Yates, Jay Vine, Marc Soler, Santiago Buitrago, Andrea Vendrame und Wilco Kelderman.
Ein bewährter Giro-Sieger verlässt das Rennen
Groves’ Ausfall ist ein herber Schlag für Alpecin-Premier Tech. Der 27-Jährige hat sich beim Giro bereits bewiesen, mit Etappensiegen 2023 und 2025, und reiste als einer der schnellsten Männer in einem Sprintfeld an, das bislang von Paul Magnier dominiert wird.
Seine Abwesenheit nimmt zudem einen weiteren potenziellen Rivalen aus dem Punktetrikotkampf und aus den reduzierten Sprintankünften, die in der ersten Woche eher den robusteren Schnellfahrern liegen sollten.
Nach drei Tagen in Bulgarien und dem Transfer nach Italien hatte der Giro kaum seine erste Etappe auf heimischem Boden erreicht, als die Sturzbilanz weiter anwuchs. Für Groves unterstrich die Entscheidung zum Ausstieg, wie teuer das Auftaktwochenende bereits geworden war.