Das Prolog der Deutschland Tour war eine sehr technische Angelegenheit und schien auf dem Papier nicht für
Isaac del Toro gemacht. Der Mexikaner erwies sich am ersten Tag des Rennens jedoch entgegen aller Erwartungen als der Stärkste, mit Paul Magnier als größtem Rivalen.
Die Tour de France ist noch in Del Toros Kopf
Der Mexikaner ist nach der Tour de France bei den ADAC Cyclassics Hamburg ins Renngeschehen zurückgekehrt. Das deutsche Eintagesrennen erlaubte Del Toro, die Beine aufzumachen; mit einer späten Attacke am Waseberg zeigte er gute Form. Das Profil war letztlich nicht hart genug, um den Unterschied zu machen; bei der Deutschland Tour bot ihm jedoch ein eröffnender Prolog die Chance, zu zeigen, was in den Beinen steckt.
„Ich denke, meine Form ist sehr gut. Ich fühle mich gut auf dem Rad, aber mental muss ich mich noch ein wenig erholen“, sagte er im Interview nach dem Rennen mit Blick auf die Grand Boucle. „Wir werden sehen, wie diese Woche läuft. Ich bin froh, wieder zurück zu sein.“
Del Toro ist wohl der Topfavorit auf den Gesamtsieg bei der Deutschland Tour, und wenn das vor dem Start des fünftägigen Events noch nicht klar war, dann spätestens in den Straßen von Bad Orb. Obwohl der Abstand zu Paul Magnier klein ausfiel, nahm Del Toro dem Rest des Feldes auf nur 2,6 Kilometern mindestens 5 Sekunden ab.
Auch wenn Magnier und ein starkes Lidl-Trek eine anspruchsvolle Aufgabe darstellen, startet er in die Straßenetappen bereits im Rot. „Auf dem Papier ist es hier in Deutschland schwierig, aber wir nehmen es Tag für Tag. Ich bin natürlich sehr zufrieden, dass ich heute gewinnen konnte.“
Isaac del Toro ist der erste Führende der Deutschland Tour
Technischer Kurs spielt am Ende dem UAE-Kapitän in die Karten
Mit einem kleinen Anstieg zu Beginn und einem leicht abfallenden Finale war der Prolog vor allem eines: technisch. Fahrer für die Gesamtwertung gehen solche Risiken oft nicht ein oder sind in diesen kurzen Einsätzen weniger angepasst als manche Sprinter oder Bahn-Spezialisten. Das bestätigte sich bei der Mehrheit der Top 10 – mit einer sehr klaren Ausnahme.
„Ehrlich gesagt wollte ich nicht zu viel riskieren. Ich bin die Kurve so sicher wie möglich gefahren“, sagte der Tagessieger, „und habe dann bis zur Linie durchgesprintet. Ich bin sehr glücklich über den Sieg.“
„Es war für alle schwierig, aber ich will nicht lügen: Ich glaube, das Wetter hat mir ein bisschen geholfen. Sonst wäre Magnier vielleicht der Beste gewesen. Ich bin sehr glücklich und das Team hat mir für diese drei Minuten viel Vertrauen gegeben.“