Solche Szenen sind im Peloton selten, passieren aber häufiger, als es die TV-Kameras zeigen: Bei
Paris-Roubaix 2024 schlug
XDS Astana Team-Profi
Yevgeniy Fedorov dem
LIDL-Trek-Fahrer
Daan Hoole in die Rippen. Als sich beide Wochen später bei einer Trainingsausfahrt in Spanien erneut begegneten, drohte die Situation kurzzeitig wieder zu eskalieren.
Hoole berichtete darüber im Podcast Live Slow Ride Fast mit Laurens ten Dam und Stefan Bolt. In der Ausgabe von
Paris-Roubaix 2024, die Mathieu van der Poel gewann, arbeitete der Niederländer als Helfer für Mads Pedersen. In einer Kurve kam es dabei zu einem intensiven Positionskampf mit Fedorov, der den Auslöser für den späteren Zwischenfall bildete.
Wiedersehen in Calpe bringt alte Emotionen zurück
„Nach der Kurve wurde er richtig wütend und hat mir heftig in die Rippen geschlagen. Einfach ein Schlag. Es war nicht auf Kamera, sonst wäre er, glaube ich, aus dem Rennen genommen worden.“, erklärte Hoole. Im Rennen selbst blieb die Situation ohne unmittelbare Folgen: „Ich war eher so: Ich muss das Hinterrad halten. Ich fahre das Finale in Roubaix.“
Unwahrscheinlich, aber wahr: Einige Wochen später trafen sich beide bei einer Trainingsfahrt im spanischen Calpe wieder. Fedorov saß mit Teamkollegen in einem Café, als Hoole vorbeifuhr, ihn erkannte und die angespannte Stimmung erneut aufflammte.
„Ich habe ihn gesehen und wurde richtig sauer. Ich so: Du willst kämpfen, oder? Dann lass uns kämpfen, komm.“ Möglicherweise verhinderte eine Sprachbarriere eine Eskalation. Laut Hoole ließ Fedorov einen Teamkollegen übersetzen, was gesagt wurde, und die Situation beruhigte sich daraufhin wieder.
Hooles Schilderung ist mit Vorsicht einzuordnen, zumal der Vorfall ohne größere Auseinandersetzung oder sportliche Konsequenzen endete. Später klärte sich der Konflikt endgültig mit Hilfe von Fedorovs Teamkollegen und Landsmann Alexey Lutsenko, der damals ebenfalls bei Astana fuhr.
„Danach, bei der Tour of Guangxi, kam Alexey Lutsenko zu mir und sagte: ‚Hey, ihr seid Freunde.‘ - und seitdem ist er mein Kumpel.“, witzelte Hoole. Tatsächlich legten beide ihre Differenzen bei. „Jetzt, wenn ich im Feld ‚links‘ sage, lässt er mich durch.“, ergänzte er. 2025 trafen sich Hoole und Fedorov dennoch häufig wieder in den Positionskämpfen der Flachrennen und insbesondere bei den Kopfsteinpflaster-Klassikern.