Isaac del Toro gibt 2026 sein Debüt bei der
Tour de France – die logische Konsequenz einer steilen Entwicklung, nachdem er bereits die beiden anderen Grand Tours bestritten hat. Beim
UAE Team Emirates - XRG war dieser Schritt allerdings nicht von Beginn an vorgesehen. Ursprünglich sollte der Mexikaner gemeinsam mit Joao Almeida beim Giro d’Italia an den Start gehen.
„Für mich ist das ein natürlicher, perfekter Ablauf. Im ersten Jahr die Vuelta, im zweiten den Giro d’Italia und im dritten die
Tour de France“, erklärte Teammanager Joxean Matxin gegenüber
Bici.Pro. In Frankreich wird del Toro
Tadej Pogacar als wichtigster Berghelfer unterstützen. Seine Entwicklung in dieser Saison könnte jedoch dazu führen, dass der 22-Jährige selbst um das Podium kämpft – gegen Fahrer wie Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel oder Florian Lipowitz.
Warum der Giro-Plan verworfen wurde
„Das ist der richtige Weg, oder? Übrigens habe ich euch schon gesagt, dass dies in etwa meine Methode ist, junge Fahrer zu entwickeln“, so Matxin weiter. Viele Beobachter hatten erwartet, dass del Toro nach seinem hauchdünnen Scheitern beim Giro d’Italia in diesem Jahr dorthin zurückkehren würde. Erst auf der abschließenden Bergetappe nach Sestrières war er von Simon Yates noch abgefangen worden.
„Anfangs ja. Wir haben darüber nachgedacht und ausführlich diskutiert“, erläutert der Spanier. „Die Idee war, sowohl Joao Almeida als auch del Toro zum Giro d’Italia zu schicken, um ihn zu gewinnen. Dann kamen andere Überlegungen hinzu.“ Entscheidend sei auch der Kontext gewesen: „Wir sprechen von einem 22-jährigen Mexikaner aus einem Land, das dank Isaac enorme Begeisterung für den Radsport entwickelt, aber keine große Tradition hat. Was, wenn er Zweiter wird? Für sie muss er gewinnen.“
Der Druck aus der Heimat ist entsprechend hoch, gleichzeitig will UAE die positive Dynamik gezielt steuern. Früh in der Saison erhält del Toro dafür klare Führungsrollen – als Kapitän bei der UAE Tour, bei Tirreno-Adriatico und bei Itzulia Basque Country. Im Sommer führt er das Team zudem bei der Tour Auvergne - Rhône Alpes an, bevor es zur
Tour de France geht.
Tadej Pogacar bestreitet in dieser Phase stattdessen die Tour de Suisse.
„Wir sollten del Toro nicht in eine Situation bringen, in der er etwas erzwingen muss – und das wollen wir auch gar nicht“, erklärt Matxin. „Er soll den Radsport genießen und jedes Rennen mit Leidenschaft und Ruhe angehen. Jetzt zur
Tour de France zu gehen, gemeinsam mit dem besten Fahrer der Welt und dem besten Team der Welt, ist für uns eine Chance.“
Nur in einem Umfeld wie dem von UAE kann del Toro sein Tour-Debüt geben, ohne sofort im grellen Scheinwerferlicht zu stehen. Dieses gehört weiterhin dem Weltmeister, der in Frankreich seine fünfte, rekordgleiche Gelbe anpeilt. „Pogacar ist nicht nur für uns ein Maßstab, sondern für den gesamten Radsport“, betont die Teamführung. „Del Toro zur Tour mitzunehmen bedeutet keine zusätzliche Verantwortung, sondern Vertrauen und Erfahrung für die Zukunft.“
Gleichzeitig dürfte der Mexikaner – ähnlich wie Adam Yates 2023 als Dritter oder Joao Almeida 2024 als Vierter – selbst konkurrenzfähig sein. „Klar ist: Er wird nicht nur Helfer sein“, stellt Matxin klar. „Wir verlangen nichts von ihm, außer dass er da ist. Er ist ein enormes Talent und verdient diese Chance – so wie Joao vor ihm.“