Alpecin - Premier Tech könnte beim Grand Départ der
Tour de France 2026 für eine der größten Überraschungen sorgen. Mit einem schlagkräftigen Aufgebot um
Jasper Philipsen und
Mathieu van der Poel verfügt das Team über ideale Voraussetzungen, um von den besonderen Regeln des Mannschaftszeitfahrens zu profitieren.
Die Grande Boucle beginnt in Barcelona mit einem Mannschaftszeitfahren, das vom ersten Meter an höchste Präzision verlangt. Zusätzliche Brisanz erhält der Auftakt durch ein Reglement, das sowohl für den Tagessieg als auch für die Gesamtwertung besondere taktische Möglichkeiten eröffnet.
Besonderes Reglement eröffnet taktische Möglichkeiten
Für das Tagesklassement zählt ausschließlich die Platzierung des ersten Fahrers eines Teams im Ziel. Die Ankunftszeiten der übrigen Fahrer haben keinen Einfluss auf das Etappenergebnis. Anders verhält es sich in der Gesamtwertung: Dort erhält jeder Fahrer seine individuelle Zielzeit und nicht die Zeit des ersten Teamkollegen.
Mathieu van der Poel könnte dank des besonderen Reglements des Mannschaftszeitfahrens schon zum Tour-Auftakt ins Gelbe Trikot fahren.
Was auf den ersten Blick einfach erscheint, eröffnet in der Praxis völlig unterschiedliche taktische Ansätze. Während Mannschaften mit Ambitionen auf das Gesamtklassement ihre Kräfte sorgfältig einteilen und mehrere Fahrer schützen müssen, kann ein Team wie Alpecin - Premier Tech seine gesamte Strategie auf einen einzigen Fahrer ausrichten.
Mit Jasper Philipsen und Mathieu van der Poel als Aushängeschildern für Sprint- und Klassikeretappen verfügt die Mannschaft über zahlreiche kraftvolle Rouleure, die im Mannschaftszeitfahren ein enormes Tempo anschlagen können.
Nach Einschätzung des belgischen Nationaltrainers Serge Pauwels könnte die Marschroute deshalb klar sein: Alles für Mathieu van der Poel. Während andere Teams Rücksicht auf ihre Klassementsfahrer nehmen müssen, könne Alpecin - Premier Tech sämtliche Ressourcen in den Niederländer investieren.
„Es ist ein spezielles Mannschaftszeitfahren, bei dem der erste Fahrer im Ziel zählt. So kann man Fahrer wirklich opfern“, sagte Pauwels im
Podcast De Koffiestop.
„Früher zählte die Zeit des vierten Fahrers im Ziel. War das Zeitfahren fünfzig Kilometer lang, musstest du die ganze Mannschaft zusammenhalten. Das ist jetzt anders, auch weil es in Barcelona nur 20 Kilometer sind.“
Mathieu van der Poel könnte vom neuen Format profitieren
Pauwels verwies dabei auf die starke Form van der Poels. Der Niederländer belegte zuletzt im Einzelzeitfahren der Tour de Suisse den zweiten Platz und musste sich lediglich Tadej Pogacar geschlagen geben. Deshalb hält er es für realistisch, dass Alpecin - Premier Tech den ehemaligen Weltmeister im Finale perfekt positioniert – mit dem Gelben Trikot als möglichem Lohn.
„Dass Van der Poel voll durchgezogen hat, liegt auch daran, dass man bei Alpecin - Premier Tech denkt: Das könnten wir ebenfalls. Sie haben einen wie Rickaert und einige weitere Fahrer, die ein paar Kilometer extrem hart fahren können. Die dürfen dann sofort abstellen“, erklärte Pauwels.
„Sie sollten Van der Poel auf die kleine Rampe katapultieren. So ein explosiver Zwei-Kilometer-Abschnitt liegt ihm. Und sonst eröffnet es ihm auch in den Tagen danach Chancen auf das Gelbe Trikot“, fügte er hinzu.