Jonas Vingegaards „nahezu unmögliche“ Aufgabe – drei Schlüssel, um Pogacar bei der Tour de France 2026 zu schlagen

Radsport
Freitag, 26 Juni 2026 um 13:15
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Die Tour de France serviert erneut das Duell, das den Grand-Tour-Sport der vergangenen Jahre geprägt hat. Tadej Pogacar reist nach einer überragenden Saison als klarer Topfavorit an und vermittelt das Gefühl, die Lücke zu seinen Rivalen weiter vergrößert zu haben. Doch wenn jemand die Dominanz des Slowenen infrage stellen kann, dann weiterhin Jonas Vingegaard.
Der Däne weiß bereits, wie man Pogacar bei der Frankreich-Rundfahrt schlägt. Seine Siege 2022 und 2023 haben gezeigt, dass es Szenarien gibt, in denen er den Kapitän von UAE Team Emirates ausmanövrieren kann – vor allem, wenn das Rennen auf höchster Intensität läuft und jedes strategische Detail zählt.
Trotzdem stellt die aktuelle Form Pogacar eine Stufe darüber. Sein Punch, seine Angriffsfreude auf jedem Terrain und seine scheinbare Überlegenheit in den Bergen machen den dominanten Fahrer des Pelotons zum Mann, den es zu schlagen gilt. Deshalb braucht Vingegaard mehrere Faktoren auf seiner Seite, um realistisch auf einen dritten Tour-de-France-Titel zu schielen.
Die Streckenführung in diesem Jahr bietet Elemente, die dem Leader von Visma-Lease a Bike entgegenkommen könnten. Das Mannschaftszeitfahren, das Pacing-Management und die Fähigkeit, in Hochgebirgetappen zu bestehen, sind die drei Säulen von Vingegaards Hoffnung.

1. Das Mannschaftszeitfahren als Chance für den ersten Schlag

Vingegaards erste große Karte könnte früh ausgespielt werden. Das Mannschaftszeitfahren scheint ideal, damit Team Visma | Lease a Bike Zeit auf UAE Team Emirates gutmacht. Auf dem Papier bringt die niederländische Mannschaft Spezialisten mit, die aus diesem kollektiven Effort maximale Geschwindigkeit pressen können.
Große Abstände sind zwar unwahrscheinlich, doch 15 bis 30 Sekunden können in einem so engen Zweikampf enorm wertvoll sein. In einem Duell, das von Feinheiten entschieden wird, kann jeder frühe Puffer zu einem bedeutenden psychologischen Hebel werden.
Die Tour vor Pogacar zu eröffnen, würde Vingegaard zudem eine komfortablere Rennanlage verschaffen. Den Slowenen von Beginn an zum Hinterherfahren zu zwingen, könnte das jüngste Muster leicht verschieben, in dem der UAE-Kapitän das Tempo diktiert hat.
Tadej Pogacar führt UAE Team Emirates - XRG bei der Tour de France an
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2. Das Einzelzeitfahren als Terrain für Zeitgewinne

Der zweite Schlüssel ist das Einzelzeitfahren. Historisch ist es die Bühne, auf der Vingegaard gegen Pogacar am stärksten wirkte. Das herausragende Beispiel bleibt die Meisterleistung 2023, als er seinem großen Rivalen eine deutliche Lücke einschenkte.
Es ist eines der wenigen Terrains, auf dem der Däne ohne Attacken oder Rennkonstellationen auf direkte Gewinne zielen kann, auch wenn in den vergangenen Jahren nicht-bergige Zeitfahren häufig dem Slowenen lagen.
Will Vingegaard realistische Gesamtchancen wahren, braucht er aus beiden Zeitfahren zusammengenommen vermutlich nahe an einer Minute Vorsprung. Das ist anspruchsvoll, aber plausibler, als auf explosiven Ankünften Zeit herauszufahren, wo Pogacar meist glänzt.

3. In den Hochalpen überstehen und Pogacars Antritte entschärfen

Der dritte, wohl wichtigste Schlüssel sind die Hochgebirgsetappen. Dort wird die Tour tatsächlich entschieden, und dort wirkte Pogacar in den vergangenen beiden Saisons klar überlegen.
Anstatt offensiv zu attackieren, um den Slowenen abzuschütteln, sollte Vingegaards Ziel das Durchhalten sein. Er muss Verluste minimieren und jene Momente vermeiden, in denen Pogacar mit explosiven Beschleunigungen binnen weniger Hundert Meter Lücken reißt. Diese Stiche fügen der Konkurrenz oft großen körperlichen und mentalen Schaden zu.
Bleibt Vingegaard an den großen Anstiegen in Schlagdistanz und erreicht die entscheidenden Etappen mit einem kleinen Polster aus den Zeitfahren, könnte der Druck kippen. Der Däne hat bereits gezeigt, dass er eine dreiwöchige Rundfahrt managen kann, und jede Unsicherheit, die er beim UAE-Kapitän sät, könnte die Tür für eine Überraschung öffnen.
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Vingegaards Ruhe nach dem Gewinn des Giro d’Italia

Zudem könnte helfen, dass Vingegaard den Giro d’Italia bereits vor der Tour gewonnen hat. Der Däne kommt mit einer Grand Tour im Gepäck und der Ruhe, eines der Hauptziele der Saison bereits abgehakt zu haben.
Dieses Umfeld erlaubt ihm, die Frankreich-Rundfahrt mit weniger Druck anzugehen als Pogacar, der seinen Status als Topfavorit erneut bestätigen muss. Auch wenn die angesammelte Giro-Belastung Fragen aufwirft, kann das Selbstvertrauen eines Sieges dieser Größenordnung in den heikelsten Rennmomenten ausschlaggebend sein. Bislang ist es das Jahr des Dänen:
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