Doping-Ermittlungen Operation Ilex – Zwei Jahre Haft für Marcos Maynar und ein UCI-Problem bei Miguel Ángel López?

Radsport
Donnerstag, 28 Mai 2026 um 19:30
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Ein spanisches Strafgericht hat Marcos Maynar Mariño und Ignacio Bartolomé Sánchez wegen Handels mit nicht zugelassenen Arzneimitteln verurteilt, die im Rahmen der sogenannten Operación Ilex an Athletinnen und Athleten, vor allem Radfahrer und Schwimmer, abgegeben wurden. Vom Vorwurf des Sportbetrugs werden der Arzt und Vicente Belda freigesprochen. Miguel Ángel López kommt weitgehend unbeschadet davon.
Das Urteil des Strafgerichts Nr. 1 von Cáceres, zuerst berichtet von Marca, verhängt gegen Marcos Maynar zwei Jahre Haft, eine Geldstrafe von 2.700 € und ein 21‑monatiges Tätigkeitsverbot in Bereichen der sportlichen Ausbildung oder Medizin. Ignacio Bartolomé erhält neun Monate Haft, eine Geldstrafe von 2.100 € und ein neunmonatiges Tätigkeitsverbot.
Das Gericht sieht als erwiesen an, dass beide Kapseln und Tabletten in transparenten Beuteln mit handschriftlichen Etiketten wie „coffee“, „strength“ und „lactate“ verteilten. Laut Urteil nahmen Athletinnen und Athleten in Cáceres Kontakt auf, unterzogen sich physiologischen Tests und erhielten anschließend die Substanzen in dem Glauben, es handle sich um Nahrungsergänzungsmittel.
Das Urteil kommt zu dem Schluss, dass die mit „lactate“ gekennzeichneten Kapseln eine Substanz enthielten, die mit Dichloressigsäure (DCA) übereinstimmt, deren Vertrieb in Spanien nicht zugelassen ist. DCA könne die Laktatbildung unter Belastung senken, berge jedoch Gesundheitsrisiken wie Neurotoxizität, Hepatotoxizität und mögliche Karzinogenität.
Ebenfalls festgestellt wurde, dass „Actovegin Forte“, ein aus Kälberblut gewonnenes biologisches Arzneimittel, das in Spanien nicht zugelassen ist, versandt und abgegeben wurde.

Guardia Civil fing mehrere Sendungen ab

Im Zuge der Ermittlungen fing die Guardia Civil mehrere Sendungen ab, darunter eine an den kolumbianischen Radprofi Miguel Ángel López, damals bei Astana, die „lactate“-Kapseln und „Actovegin Forte“-Tabletten enthielt. Weitere abgefangene Pakete waren an Garikoitz Bravo Oyarvide und Vicente Belda Vicedo adressiert.
Das Urteil hält zudem die Freisprüche von Vicente Belda und Raúl Bernal Vigo in den schwersten Anklagepunkten fest, da nicht bewiesen werden konnte, dass sie Substanzen verteilten oder deren genaue Zusammensetzung kannten.
Das Labor für Trainingsphysiologie an der Fakultät für Sportwissenschaften der Universität Extremadura wird als einer der zentralen Knotenpunkte der von Guardia Civil und UCO geführten Ermittlungen benannt. Die Untersuchung umfasste Paketabfänge, Laboranalysen und Telefonüberwachungen, deren Verwertbarkeit vom Gericht bestätigt wurde.
Miguel Ángel López gewinnt die Vuelta a San Juan 2023
Miguel Ángel López in seiner Schlussphase als Profi, bevor er sanktioniert wurde.

Miguel Ángel López und Menotropin

Zahlreiche Radfahrer und Schwimmer sagten im Verfahren aus und schilderten übereinstimmend, nach physiologischen Tests Kapseln mit den Aufschriften „coffee“, „strength“ und „lactate“ erhalten zu haben. Besondere Beweiskraft misst das Gericht den Berichten der Spanischen Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte bei, die die verteilten Substanzen identifizierte.
Die Richterin stellt klar, dass keine konkreten körperlichen Schäden bei Athletinnen und Athleten nachgewiesen wurden, die von der Abgabe nicht zugelassener Arzneimittel ausgehenden Gesundheitsgefahren für die Allgemeinheit jedoch ausreichen.
Zudem wird festgehalten, dass nicht bewiesen werden konnte, dass das 2022 versandte Menotropin mit körperlichen Problemen oder dem Ausstieg von Miguel Ángel López beim Giro d’Italia 2022 in Zusammenhang stand.
Neben den Verurteilungen wegen Handels mit nicht zugelassenen Arzneimitteln spricht das Gericht Marcos Maynar, Vicente Belda und Raúl Bernal vom Vorwurf des Sportdopings frei.
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