DISKUSSION Vuelta a Espana, Etappe 17 | Haben Jonas Vingegaard und Joao Almeida Energie für das morgige Zeitfahren gespart?
Radsport
Die 17. Etappe der Vuelta a Espana bot ein weiteres „Unipuerto“ mit einer Bergankunft am Alto del Morredero (8,8 km à 9,5 %). Zuvor hatten starke Winde in der Region Zweifel an der Durchführbarkeit geweckt, am Ende blieben sie jedoch ohne Einfluss.
Der Auftakt verlief weitgehend flach, was die Bildung einer Ausreißergruppe erschwerte. Nach 30 Kilometern setzte sich ein Acht-Mann-Kontingent ab: Antonio Tiberi, Madis Mihkels, Harold Tejada, Joel Nicolau, Brandon Rivera, Patrick Gamper, Luca van Boven und Timo Roosen. Später stießen Sergio Samitier, Gijs Leemreize, Jonas Gregaard und Leandre Lozouet dazu – die Gruppe umfasste damit zwölf Fahrer. Dahinter übernahm das Team Visma - Lease a Bike die Kontrolle und hielt den Abstand stets unter zwei Minuten, ein klares Signal, dass sie mit Jonas Vingegaard auf den Etappensieg schielten.
Das Rennen blieb über weite Strecken stabil, bis die Ausreißer kurz vor dem Schlussanstieg gestellt wurden. Dort machten Visma und Red Bull - BORA - hansgrohe das Tempo. Fahrer wie Felix Gall gerieten früh in Schwierigkeiten und fielen zurück. Sechs Kilometer vor dem Ziel griff Jai Hindley an und zwang Joao Almeida zu einem harten Kampf, um wieder Anschluss zu finden. In der Spitzengruppe blieben schließlich Vingegaard, Almeida, Hindley, Pellizzari, Pidcock und Riccitello. Lange passierte wenig, bis Giulio Pellizzari attackierte und sich entscheidend absetzte.
Matthew Riccitello versuchte zwar nachzusetzen – im Duell um das Weiße Trikot –, bekam aber keine Unterstützung. Pellizzari flog davon und feierte seinen ersten Profisieg, während Pidcock und Hindley die weiteren Podiumsplätze belegten.
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Im Anschluss baten wir drei unserer Autoren um ihre Einschätzungen.
Rúben Silva (CyclingUpToDate)
Eine merkwürdige Etappe. Visma hatte eigentlich keinen Grund, die Ausreißer zu jagen, doch dass sie van Baarle und Kelderman verbrannten, zeigte, dass sie auf den Etappensieg schielten – unabhängig davon, ob Vingegaard die Beine dazu hatte oder nicht.
Das Rennen war dadurch schnell und der Schlussanstieg ungewöhnlich taktisch. Er war brutal, aber Wind und die Formschwäche der beiden stärksten Kletterer sorgten für Zurückhaltung. Weder Vingegaard noch Almeida hatten die Beine, um ernsthaft zu attackieren. Dass Pidcock und der nicht gerade explosive Hindley sie im Sprint abhängten, unterstrich das. Beide begnügten sich damit, in den Rädern zu bleiben, während die übrigen Fahrer um Podium, Top-5 und Etappensieg kämpften.
Der Sieg von Pellizzari war verdient und folgerichtig. BORA war als einziges Team mit zwei Fahrern vertreten, und Pidcock wollte Hindley nicht ziehen lassen. In der Gesamtwertung änderte sich kaum etwas. Auch bei der Bola del Mundo erwarte ich wenig Unterschiede – das morgige Zeitfahren wird entscheiden, wer die Vuelta gewinnt und wer am Ende Dritter wird.
Pascal Michiels (RadsportAktuell)
Felix Gall wirkte am Morredero früh angeschlagen, kämpfte sich aber zurück. Ein Paradebeispiel seiner Zähigkeit – die sprichwörtliche Katze mit neun Leben. Dieses Comeback war jedoch sein letztes.
Mit zehn Fahrern ging es auf die letzten sieben Kilometer, bald darauf waren nur noch Pidcock, Vingegaard, Hindley und Riccitello übrig. Almeida kämpfte seinen eigenen Kampf – sowohl gegen die Spitze als auch im Weißen-Trikot-Duell zwischen Riccitello und Pellizzari. Mit gleichmäßigem Tritt und leichterem Gang schloss er die Lücke wieder und brachte Pellizzari mit zurück.
Doch dann die Wende: Fünf Kilometer vor dem Ziel brach Almeida erneut ein, Hindley sah am stärksten aus. Einen Kilometer später waren alle sechs wieder vereint – und Pellizzari startete seinen entscheidenden Doppelangriff. Während die Rivalen zögerten, zog er davon. 1,5 Kilometer vor dem Ziel betrug sein Vorsprung über 20 Sekunden.
Nach Platz sechs beim Giro und Rang fünf bei der Vuelta war es nun soweit: sein erster Profisieg. Für Red Bull - BORA - hansgrohe endete damit eine Durststrecke. Mit zwei Fahrern unter den ersten sechs hatten sie die Überzahl, Pellizzari nutzte sie perfekt.
Es war einer der denkwürdigsten Siege dieser Vuelta. Schade nur, dass sein Interview nicht live übertragen wurde – Pellizzari ist eine Persönlichkeit, die nicht aufhört zu reden, wenn er einmal anfängt. Ein besonderer Typ.
Ich stimme Ruben Silva zu: Weder Almeida noch Vingegaard hatten die Beine. Bemerkenswert war auch, dass beide sich im Finale sogar unterhielten. Sparen sie ihre Kräfte für das Zeitfahren?
Félix Serna (CyclingUpToDate)
Auffällig finde ich, dass das UAE Team Emirates - XRG, trotz sieben Etappensiegen und vier verschiedener Gewinner, Joao Almeida am letzten Anstieg komplett allein ließ. Kein Ayuso, kein Soler, kein Vine, kein Grosschartner. Im Gegensatz dazu hatte Vingegaard noch Kuss, Jorgenson und Tulett an seiner Seite.
Vingegaard ist weit von seiner Bestform entfernt, das hat er erneut gezeigt. Unter normalen Umständen hätte er attackiert, als Almeida zu Beginn des Morredero schwächelte – oder später, um dessen Schwierigkeiten auszunutzen. Schließlich hatte sein Team den ganzen Tag für ihn gearbeitet. Doch er blieb passiv, folgte nur den Rädern. Für mich ist er klar in einem Abwärtstrend. Statt aggressiv aufzutreten, spielt er defensiv und vermeidet jedes Risiko.
Diese Strategie ist für Zuschauer wenig spektakulär, aber wahrscheinlich alternativlos. Heute wäre der perfekte Moment gewesen, um Dominanz zu demonstrieren und Almeida entscheidend abzuschütteln. Doch die Beine reichten nicht. Das half Almeida, im Rennen zu bleiben.
Der Portugiese hatte sichtbar zu kämpfen, verlor mehrfach einige Meter und brauchte viel Kraft, um zurückzukommen. Am Ende hatte er Glück, dass auch Vingegaard keinen guten Tag erwischte. So bleibt die Vuelta völlig offen – gut für Almeida, gut auch für uns.
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Zwei Motorräder gingen zu Beginn des Schlussanstiegs zu Boden, ohne dass dies Folgen für die Fahrer hatte

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








