DISKUSSION | Baskenland-Rundfahrt, Etappe 1 – Del Toro und Ayuso ein Totalausfall, Seixas ist Gold wert
Radsport
Paul Seixas liefert eine sensationelle Vorstellung zum Sieg auf der Auftaktetappe der Baskenland-Rundfahrt 2026 und meldet sich mit einem dominanten Auftritt im Einzelzeitfahren von Bilbao eindrucksvoll auf WorldTour-Niveau an.
Paul Seixas zerlegt Auftakt-Zeitfahren in Bilbao
Auf dem fordernden 13,8-km-Kurs mit steilem Auftaktanstieg, technischer Abfahrt und Schlussrampe fuhr der 19-jährige Franzose eine Leistung, die Erwartungen neu justierte.
Früh schien Primoz Roglic das Rennen in den Griff zu bekommen. Der Slowene legte über alle Streckenabschnitte einen starken, konstanten Auftritt hin und setzte mit 17:37 Minuten eine erste Richtzeit.
Besonders am Alto Santo Domingo agierte er effektiv und trug das Momentum durch das wellige Mittelstück, wodurch er sich rasch als Mann zum Schlagen etablierte. Mehrere Anwärter versuchten, seine Zeit anzugreifen, scheiterten jedoch zumeist knapp.
Tobias Halland Johannessen deutete früh Form an, lag am ersten Zwischenzeitpunkt kurz auf Kurs, baute in der zweiten Hälfte jedoch deutlich ab und kam mit 29 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Kévin Vauquelin vor dem Start seines EZF bei der Itzulia 2026
Auch Matthew Riccitello überzeugte am Anstieg mit der schnellsten ersten Zwischenzeit, verlor jedoch auf den flacheren Passagen und beendete den Test mit rund 30 Sekunden Rückstand.
Bruno Armirail und Ben Tulett lieferten solide Fahrten ab und schoben sich vorübergehend auf Podiumsplätze.
Mit der Ankunft von Seixas änderte sich jedoch alles. Der junge Franzose eröffnete am ersten Anstieg im Vollgasmodus und fuhr sämtlichen bisherigen Zeiten davon.
Am zweiten Zwischenmesspunkt hatte er bereits einen klaren Vorsprung aufgebaut und vergrößerte diesen im Finale weiter.
Im Ziel stoppte Seixas die Uhr 28 Sekunden schneller als Primoz Roglic – ein enormer Abstand für ein so kurzes Zeitfahren, der die Ausnahmestärke seiner Vorstellung unterstreicht.
Unter den weiteren Anwärtern deutete Brandon McNulty nach starkem Beginn an, ein ernsthafter Rivale zu sein, überquerte die Kuppe nur drei Sekunden hinter Seixas. Im zweiten Teil tat er sich jedoch schwer und wurde am Ende Siebter.
Ilan Van Wilder fuhr eine der ausgewogensten Leistungen des Tages und wurde Vierter, nur eine Sekunde hinter Roglic. Kévin Vauquelin überzeugte mit einem späten Vorstoß auf Rang zwei, 23 Sekunden hinter Seixas.

Julian Alaphilippe vor dem Start seines EZF bei der Itzulia 2026
Weiter hinten im Klassement verloren mehrere Gesamtwertungs-Hoffnungen spürbar Zeit. Isaac del Toro, einer der formstarken Fahrer der Saison, konnte das Tempo nicht mitgehen und wurde 13., mit 50 Sekunden Rückstand.
Juan Ayuso erwischte einen besonders schweren Tag, verlor bereits am Anstieg viel Zeit und fand über die gesamte Etappe keinen Rhythmus. Er wurde letztlich 35., mehr als eine Minute zurück, was seinen Gesamtambitionen einen herben Dämpfer versetzt.
Auch Fahrer wie Cian Uijtdebroeks und Mikel Landa büssten deutlich ein, was den selektiven Charakter des Kurses unterstrich. Wechselnde Windbedingungen mögen einzelne Leistungen beeinflusst haben, doch die Abstände blieben groß.
Am Ende war die Fahrt von Seixas unantastbar. Sein Sieg brachte ihm nicht nur den Etappenerfolg, sondern auch das erste Leadertrikot. Vor allem aber markierte er den Durchbruch in seiner jungen Karriere, positionierte ihn sofort als ernsthaften Anwärter und prägte das frühe Gesamtbild entscheidend.
Carlos Silva (CiclismoAtual)
Nun, meine Freunde, was für ein Ausrufezeichen dieser 19-Jährige heute gegen die großen Namen der Baskenland-Rundfahrt gesetzt hat. Paul Seixas.
Wenn hinter den Kulissen viele schon munkeln, er könnte der nächste große Rivale von Tadej Pogačar werden, dann fällt es angesichts seiner Leistungen und seiner Zähigkeit schwer, das nicht zu glauben.
Juan Ayuso war ein Schatten seiner selbst. Schlechter Start, massiver Zeitverlust bis Santo Domingo. In der Abfahrt verschätzte er sich in einer Kurve und vermied einen Sturz nur mit Glück. An der Ziellinie blieb eine verpatzte Fahrt.
Isaac del Toro war etwas besser als Ayuso, bekam aber dennoch eine harte Lektion. Selbst Primoz Roglic war im EZF schneller als er. Vielleicht holt ihn das wieder auf den Boden der Tatsachen.
Kévin Vauquelin stellte eine hervorragende Zeit auf, ebenso Felix Grobschartner, der neben Ilan Van Wilder, Roglic und Florian Lipowitz die UAE vor einem völligen Debakel bewahrte.
Sagen wir es so: Die Zeitfahr-Machtblöcke von INEOS Grenadiers und Lidl-Trek, bislang unangetastet und dominant gegen die Uhr, wurden geschlagen.
Red Bull präsentiert nun Roglic und Lipowitz als Waffen für die Gesamtwertung. Sollte sich die Woche zugunsten des Deutschen drehen, wird der Slowene dann für ihn fahren? Ich bezweifle es.
Zwei Dinge sind sicher. Erstens: Seixas ist der Mann, den es zu schlagen gilt. Ich habe keinen Zweifel, dass der Decathlon-Profi das Rennen gewinnt. Wetten? Zweitens… UAE Team Emirates - XRG wird erneut ein Team sein, in dem jeder für sich fährt.

Steven Kruijswijk mit hohem Tempo in Bilbao
Jorge Borreguero (CiclismoAlDia)
Die Baskenland-Rundfahrt 2026 startete mit einer deutlichen Ansage: Es gibt einen neuen Anwärter auf die Dominanz im Gesamtklassement, und er heißt Paul Seixas.
Das heutige Zeitfahren in Bilbao war nicht nur ein weiterer Sieg. Es war eine echte Lehrstunde. Auf einem technischen und fordernden 13,8-km-Kurs, auf dem der Anstieg zum Alto de Santo Domingo entscheidend war, war Seixas nicht nur der Schnellste… er war einfach unschlagbar.
Schon an der ersten Zwischenzeit zeigte er, dass er in einer eigenen Liga fuhr. Während Primoz Roglic eine Fabelzeit von 17:37 hinlegte, die schwer zu schlagen schien, war der Franzose bereits schneller unterwegs.
An der zweiten Zwischenzeit lag der Vorsprung schon bei 15 Sekunden. Am Schlussanstieg flog er förmlich davon. Die Endzeit von 17:09 brachte ihm nicht nur den Tagessieg, sie war ein Statement. Er nahm Roglic 28 Sekunden ab und distanzierte die künftigen Aushängeschilder Juan Ayuso und Isaac del Toro deutlich, die dem Siegeswert zu keiner Zeit nahekamen.

Juan Ayuso ist zu schnell und wird die Kurve verpassen.
Jenseits der Zeiten beeindruckte vor allem der Eindruck, den er hinterließ. Seixas verwaltete das Zeitfahren nicht, er zerlegte es. Auf der Ebene war er schneller, in den technischen Passagen effizienter und am Anstieg vernichtend.
Er überrundete sogar Fahrer auf der Strecke, was viel über das absolut enorme Tempo aussagt, das er vorgab. Dahinter gab es solide Auftritte, doch sie reichten nicht.
Roglic bestätigte seine gute Form, und Fahrer wie Javier Romo und Pello Bilbao retteten den Tag mit sauberen Zeitfahren. Im Gegensatz dazu verloren Fahrer wie Cian Uijtdebroeks deutlich mehr als erwartet und erschwerten sich ihre Gesamtambitionen schon am ersten Tag.
Entscheidend ist, was das für das Rennen bedeutet. In einer Baskenland-Rundfahrt, in der die Abstände normalerweise gering sind und jede Sekunde zählt, ändert ein Zugewinn von fast einer halben Minute am ersten Tag das Drehbuch komplett. Der Druck liegt nun nicht auf Seixas, sondern auf allen anderen.
Del Toro muss 50 Sekunden gutmachen und Ayuso 1 Minute und 16 Sekunden. Für beide wird das äußerst schwierig.
Ruben Silva (CyclingUpToDate)
Ich denke, es besteht kein Zweifel, dass wir die ersten großen Schritte einer Karriere sehen, die sehr erfolgreich sein wird.
Paul Seixas war nach seinem Auftritt bei der Volta ao Algarve ohne Frage Favorit für dieses Zeitfahren, doch heute Nachmittag war sein Niveau stratosphärisch, eine Stufe über allen anderen.
Meiner Meinung nach kann man sein Potenzial nicht mehr anzweifeln, und so etwas gegen die Uhr zu zeigen, selbst in einem Zeitfahren, das nur bergauf oder bergab führt, ist ein gewaltiges Zeichen der Anpassung an eine Disziplin, die üblicherweise stark von Sitzpositionsoptimierung und technologischen Fortschritten der Teams geprägt ist.
Er ist der echte Maßstab, und ich glaube, dass es mit diesen Beinen niemand leicht haben wird – wenn überhaupt möglich –, ihn aus dem Leadertrikot zu fahren. 51 Sekunden auf Isaac del Toro sind ein gewaltiger Rückstand, der möglicherweise nicht schrumpft.
Und Sie? Wie ist Ihre Meinung zur Etappe 1 der Baskenland-Rundfahrt? Sagen Sie uns Ihre Meinung und diskutieren Sie mit.

Florian Lipowitz in Aktion bei der Baskenland-Rundfahrt
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Radsportaktuell.de und berichtet über den professionellen Radsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Liveblogs zu wichtigen Renntagen und Etappen, bei denen er das Geschehen in Echtzeit begleitet und Ergebnisse sowie taktische Entwicklungen fortlaufend einordnet. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um Teams, Fahrer und den Rennkalender.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattformen vernetzt, darunter Nicolas Gayer und Oliver Ried. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








