„Diesmal ist er entgleist“: Daineses Sprintzug erlebt in Australien harte Zeiten – und Kängurus!

Radsport
Donnerstag, 29 Januar 2026 um 8:00
albertodainese
Alberto Daineses Debüt im Trikot von Soudal - Quick-Step war ein Lernprozess. Der erste Stresstest des Sprintzugs beim Tour Down Under geriet entsprechend phasenweise chaotisch. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Dainese wurde 23., 38. und 30. Weit weg von seinen Vorstellungen – und die größte Überraschung wartete am Schlusstag.

Wie Dainese seinen Sprintzug bei Quick-Step neu aufstellt

„Es ist alles passiert: Am wichtigsten, ich bin mit einem Känguru kollidiert“, sagte er gegenüber Bici.Pro. So komisch das klingt, der Italiener war alles andere als amüsiert, als das heranrauschende Feld ihn von hinten traf und er heftig auf den Lenker stürzte. „Ich dachte, ich hätte mir etwas gebrochen, weil ich lange keine Luft bekam. Zum Glück waren es nur ein paar Prellungen.“
Der 27-jährige Sprinter kam nach zwei Jahren bei Tudor Pro Cycling zu Quick-Step, nachdem er 2020 bei Picnic PostNL (damals Team Sunweb) Profi geworden war. Als dritter Sprinter hinter den Stars Tim Merlier und Paul Magnier wollte der Italiener schnell Tritt fassen, um sich eigene Chancen zu sichern. Doch die Vorbereitung lief nicht reibungslos:
„Ich kam nicht aus einem guten Winter. Im Dezember hatte ich zweimal Fieber. Aber dieses Rennen war perfekt, um in Form zu kommen.“

Entgleister Zug

Beim diesjährigen Tour Down Under gab es am Ende vier Sprintankünfte, mehr als geplant. Zwei davon verlangten allerdings eine gewisse Vielseitigkeit. Nicht gerade Daineses Paradedisziplin.
„Es gab Sprints, aber sie waren nicht flach. Für mich waren es zwei unruhige Sprints, in denen ich – und wir – Interpretation, Positionierung und Taktik falsch gewählt haben. Aber wir machen Fortschritte. Es war auf jeden Fall gutes Feintuning für die Beine.“
Insgesamt klingt Dainese trotz des missglückten Einstands optimistisch in Bezug auf seinen Sprintzug. „Diesmal ist er entgleist“, räumte er ein und lieferte die Erklärung mit: „Im ersten Sprint bin ich Fabio Van den Bossche gefolgt, aber vor der letzten Kurve hat er einen Platten bekommen: Der Druck war weg, und allein in dieser Kurve habe ich 30 Positionen verloren. Im zweiten haben wir Casper Pedersen verloren. Kurz gesagt: Work in progress!“

Da geht noch mehr

Bevor es zurück nach Europa geht, wartet in Australien noch ein weiterer Anlauf auf Dainese. Der Rennblock ist geschrumpft, da die Surf Coast Classic wegen Brandgefahr wohl komplett abgesagt wird. Die Cadel Evans Great Ocean Road Race kann sich jedoch in viele Richtungen entwickeln – auch in eine, die Dainese entgegenkommt.
„Bevor wir Australien verlassen, fahren wir hier unten noch zwei Rennen.“
Dainese skizziert anschließend seine nächsten Termine: „Ich sollte die Vuelta a Murcia und die Giro di Sardegna fahren, aber ich bin bei vielen Rennen als Reserve eingeplant, also müssen wir abwarten.“

Nummer drei

Es wurde bereits erwähnt: Dainese ist in der Regel weder erste noch zweite Option bei Quick-Step, wenn Saisonziele gesteckt werden. Doch wie versteht er sich mit Merlier und Magnier?
„Mit Merlier so gut wie gar nicht, weil er Knieprobleme hatte, und ich habe im Januar-Trainingslager nach der Grippe auch stark gelitten“, erklärte er, dass die beiden bislang kaum Gelegenheit zum Austausch hatten.
Mit dem jungen Franzosen verbrachte er dagegen mehr Zeit – und findet nur lobende Worte: „Ein Phänomen. Reines Talent. Er ist jung, aber er hat eine Reife, die man in dem Alter nicht erwartet. Er gewinnt flache Sprints und solche, in denen man durchhalten muss. Er ist vielleicht der Fahrer, der Peter Sagan am nächsten kommt, den ich je gesehen habe“, schließt er.
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