Jakob Söderqvist fuhr auf der verregneten 4. Etappe der
Tour de Hongrie zu einem eindrucksvollen Sieg. Der 22-jährige Schwede von
Lidl-Trek rettete sich aus der Morgenflucht über den steilen Schlussanstieg in Pécs, holte seinen vierten Profi-Erfolg und übernahm die Gesamtführung.
Drehbuchwechsel im Regen
Nach dem Sprintsieg von Tim Merlier am Vortag war auf der 4. Etappe allgemein ein Schlagabtausch der Gesamtwertungsfavoriten erwartet worden. Die 147 Kilometer von Mohács begannen mit 80 flachen Kilometern, bevor ein harter Schlussrundkurs mit Ziel am Anstieg nach Pécs folgte.
Trotz anhaltenden Starkregens widersetzte sich die frühe Ausreißergruppe allen Prognosen und hielt das Feld in Schach. Söderqvist setzte im Finale die entscheidende Attacke und überquerte als Erster die Linie, vor Adrián Benito auf Rang zwei und
Luke Plapp auf Rang drei.
Für den jungen Schweden war der Sprung in die Gruppe des Tages der einzige Plan. „Es war heute meine einzige Option, in der Ausreißergruppe zu sein“, erklärte Söderqvist
im Ziel. „Ich war mir absolut sicher, dort zu sein, komme was wolle.“
Das Unwetter zwang die Organisatoren zu einer späten Routenanpassung: Die letzte Runde des Zielkurses wurde gestrichen. Diese kurzfristige Änderung sorgte genau im Rennfinale für zusätzliche Verwirrung.
„Als sie die letzte Runde abgesagt haben, war es noch stressiger, kurz vor dem Anstieg zu erfahren, dass wir dort aufhören“, so Söderqvist. „Ich war auch bereit für die letzte Runde.“
Söderqvist sicherte sich seinen vierten Profi-Sieg
Skandinavischer Vorteil?
Mit diesem Etappensieg übernimmt Söderqvist nun das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Er liegt in der Gesamtwertung an erster Stelle, 40 Sekunden vor
Benoît Cosnefroy und 52 Sekunden vor Luke Plapp.
Während viele Fahrer im Peloton unter Kälte und Nässe litten, fühlte sich der 22-Jährige auf dem Rad sichtlich wohl. „Ich hatte einen super Tag und habe die Etappe gewonnen, deshalb bin ich wirklich glücklich“, sagte er lächelnd. „Dieses Wetter liegt mir perfekt. Ich bin Skandinavier, da komme ich gut zurecht!“