„Die wollen mich da oben nicht haben“ – Giulio Ciccone nimmt sich bewusst aus der Giro-Gesamtwertung, um auf Etappensieg gehen zu dürfen

Radsport
Samstag, 16 Mai 2026 um 20:00
Giulio Ciccone
Giulio Ciccone startete in den Giro d’Italia 2026 mit dem Ziel, Etappen zu jagen und womöglich das Bergtrikot zu holen. Nach starken ersten Renntagen fand sich der Italiener im Rosa Trikot wieder, was ihn motivierte, im Gesamtklassement weit vorn zu bleiben. Nach der Etappe am Samstag hat er jedoch alle GC-Pläne verworfen, bewusst Zeit verloren und rückt damit sein Hauptziel wieder in den Fokus.
Zugleich gilt: Mit dem Podiumsauftritt im Maglia Rosa hat Ciccone eines seiner Karriereziele erreicht. Doch auf Etappe 5 konnten Lidl-Trek im Regen und auf dem kletterlastigen Profil die Ausreißer nicht kontrollieren, was Afonso Eulálio den Sprung ins Führungstrikot ermöglichte.

Visma und Bahrain wollten Ciccone nicht in der Ausreißergruppe

Ciccone stieg nicht sofort aus dem Gesamtklassement aus, denn der Schlussanstieg zum Blockhaus ist für ihn ein Heimberg und bot die Gelegenheit, seine Form direkt gegen die Hauptkonkurrenten zu testen. Auf Etappe 8 erhielt er jedoch keine Freiheiten, sich der über 30 Fahrer starken Gruppe anzuschließen. Eulálio selbst reagierte auf Ciccones Attacken am ersten Anstieg des Tages und bestätigte damit, dass es die klare Ansage gab, ihn nicht ziehen zu lassen.
„Ja, am Ende habe ich es mehrmals versucht, aber ich war zu nah in der Gesamtwertung“, sagte Ciccone im Ziel. „Visma und auch der Träger des [Rosa] Trikots wollten mich nicht vorne sehen.“

Für Ciccone beginnt am Sonntag ein neuer Giro

Also blieb Ciccone im Peloton, unterstützte Derek Gee, der die Gesamtambitionen von Lidl-Trek weiterträgt, und nahm den Schlussanstieg bewusst raus, um im Ziel gezielt einige Minuten einzubüßen.
„Ich habe versucht, für Derek [Gee-West] mein Bestes zu geben, und den letzten Kick locker genommen. Schauen wir mal, ab morgen beginnt für uns ein neuer Giro.“
Mit 9:42 Minuten Rückstand auf Afonso Eulálio und rund sechs auf Jonas Vingegaard dürfte der Italiener nun die ersehnten Freiheiten erhalten, um die vierte Giro-Etappe seiner Karriere ins Visier zu nehmen.
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