Jonas Vingegaard hält sein Pulver trocken beim explosiven Giro-Finale: „Es war nicht an uns, den Unterschied zu machen“

Radsport
Samstag, 16 Mai 2026 um 18:42
Jonas Vingegaard Giro de Italia 2026 2
Nach seinem Schlag am Blockhaus wusste Jonas Vingegaard, dass die Form reicht, um den Giro d’Italia souverän zu kontrollieren. Auf der 8. Etappe mit vielen steilen Rampen und engen Straßen arbeitete Team Visma | Lease a Bike daran, alles im Griff zu behalten, und wollte vor allem den Kapitän sicher und ohne unnötigen Energieverlust durch den Tag bringen.
Ein Finale für Puncheure begünstigte die Klassiker-Spezialisten, während ein Tagessieg der Ausreißer im Vorfeld als wahrscheinlich galt. Dennoch half Visma zeitweise Bahrain Victorious, die Fluchtgruppen zu kontrollieren. Als das Feld auseinanderfiel, hatte das Team einen Fahrer vorne, der Rest – inklusive Vingegaard – lag hinter der Kante. Das wurde zügig und ohne großen Aufwand geklärt. Gegen Ende übernahm die niederländische Mannschaft lange das Tempo an der Spitze, um die Positionierung zu sichern.
„Ich weiß nicht, ob ich gefahren bin, als wäre ich der Giro-Leader. Wir sind einfach so gefahren, wie wir es wollten, und wollten sicher bleiben“, sagte Vingegaard im Interview nach dem Rennen.
Angriffe standen heute nicht auf dem Plan, die Entscheidungen sollen in den Bergen fallen – etwa beim morgigen Gipfelabschluss am Corno alle Scale. „Heute lag es nicht an uns, den Unterschied zu machen. Es kommen noch viele Tage.“

Vingegaard lobt Afonso Eulálio

Auf dem letzten Kilometer beschleunigte Vingegaard, um eine Attacke von Rosa-Träger Afonso Eulálio selbst zu kontern, der am Schlussanstieg nach Fermo eine starke Vorstellung bot und die GC-Gruppe über die letzten Minuten der Etappe anführte.
„Das hat mich nicht überrascht. Er ist ein starker Fahrer, besonders an kürzeren Anstiegen wie diesem. Er hat es heute gut gemacht“, sagte der Däne über den aktuellen Gesamtführenden. „Er darf das Rosa Trikot einen weiteren Tag tragen.“
Am Ende setzte Jai Hindley den besten Sprint an der Spitze der Gruppe, nur Vingegaard konnte folgen. Für die Gesamtwertung ist es wohl nebensächlich, dennoch nahm er zwei Sekunden auf Fahrer wie Eulálio, Felix Gall und Giulio Pellizzari mit.

Rosa Trikot in 24 Stunden?

Auf die Frage, ob er am Sonntag das Rosa Trikot übernehmen werde, antwortete Vingegaard: „Gute Frage. Wir werden morgen sehen.“ Der Schlussanstieg zum Corno alle Scale wartet mit reichlich Höhenmetern auf, die letzten 3 Kilometer weisen im Schnitt 10% auf. Allerdings ist die Etappe insgesamt größtenteils flach, was es für Visma erschwert, die Rivalen bereits im Vorfeld zu ermüden.
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