Netcompany INEOS erlebt kein perfektes Jahr und muss für den Rest der Saison 2026 ohne den monegassischen Puncheur
Victor Langellotti auskommen, der einen Transfer während der laufenden Saison zum
XDS Astana Team unterschrieben hat, wirksam ab 01.08. Bereits vor der offiziellen Mitteilung hatte die UCI das Geheimnis auf ihrer Website durch einen Eintrag vorweggenommen.
Der 01. August ist ein besonderes Datum im Radsportkalender. Traditionell beginnen an diesem Tag die Profi-Teams, ihre Transfers für die kommenden Saisons zu verkünden – früher verbot das UCI-Reglement jede frühere Veröffentlichung. Die Regel wurde inzwischen geändert, doch die Teams halten aus Gewohnheit an der Praxis fest.
Für Victor Langellotti verlief der Weg in die WorldTour alles andere als geradlinig. Ausgehend vom Clubteam UC Monaco brauchte der Lokalmatador bis zum Alter von 26 Jahren, um sich voll auf den Radsport zu fokussieren. Der Durchbruch folgte zügig 2023 im Trikot von Burgos BH, zwei Jahre später griffen die INEOS Grenadiers zu.
Langellotti zahlte das Vertrauen des britischen Teams mit einem Etappensieg bei der Tour de Pologne 2025 zurück – dem ersten WorldTour-Erfolg in Monacos Geschichte – und erhielt anschließend die Nominierung für die Vuelta a España 2025. Dieses Puzzleteil hilft zu verstehen, warum nun der Wechsel in der laufenden Saison zu XDS Astana zustande kam.
Motivation
Die Vuelta a España 2026 startet in Langellottis Heimat Monaco, und der Lokalheld möchte naturgemäß dabei sein. Netcompany INEOS dürfte jedoch andere Fahrer priorisiert haben, da der Monegasse 2026 bislang hinter den Erwartungen geblieben ist.
Im Gegensatz dazu soll das kasachische Team unter der Leitung des früheren Vuelta-Siegers Alexander Winokurow Langellotti einen Platz im Aufgebot in Aussicht gestellt haben. Man kann sich vorstellen, dass beide Seiten schnell zueinanderfanden.
Für XDS Astana stellte der Transfer zunächst ein kleines Problem dar – der Kader war bereits mit 30 Fahrern voll. Gelöst wurde es offenbar durch einen weiteren Transfer von Florian Kajamini, mutmaßlich in das Entwicklungsprogramm von Astana, wo noch ein Platz frei ist.
Der 23-Jährige machte sich 2024 mit Rang fünf der Gesamtwertung bei der Tour de l’Avenir einen Namen, tat sich jedoch in den Folgejahren mit der vollständigen Integration in die WorldTour schwer. Trotz mehrerer Aufblitze seines Potenzials warfen gesundheitliche Probleme ihn zurück. Er dürfte den Rest von 2026 nutzen, um auf leicht niedrigerem Niveau die Lust am Kämpfen um Topresultate wiederzufinden.
Gute Nachrichten für den kolumbianischen Radsport
Nicht nur Langellottis Wechsel wurde von der UCI früh sichtbar gemacht. Neben mehreren Stagiaire-Verpflichtungen – hervorzuheben ist die des griechischen Meisters Nikiforos Arvanitou bei XDS Astana – ließ auch
EF Education-EasyPost eine Neuigkeit durchblicken.
Dabei geht es um das Talent des Development-Teams, Juan Felipe Rodríguez. Der 22-Jährige kam in dieser Saison ins EF-Programm und überzeugte sofort mit einem Top-20-Ergebnis bei der Volta ao Algarve, Platz drei bei der Tour of Rhodes, einem weiteren Top-20 bei der Tour of the Alpes und schließlich Rang vier der Gesamtwertung bei der Alpes Isère Tour.
Die Spur des Kolumbianers war einige Tage unklar, nachdem er aus dem Aufgebot von EF Education – Aevolo verschwunden war. Wie sich nun zeigt, lag das an einem anstehenden Aufstieg für den kletterstarken Youngster.