„Die Berge rufen“ – Wout van Aert meldet sich nach Tour-Enttäuschung mit 109-km-Strava-Fahrt zurück

Radsport
Mittwoch, 01 Juli 2026 um 16:40
Wout van Aert
Wout van Aert hat seit der infizierten Ellbogenwunde, die ihn aus der Tour de France nahm, sein deutlichstes Comeback-Signal gesetzt: eine 109,3-km-Ausfahrt mit 35,7 km/h auf Strava.
Der Team Visma | Lease a Bike-Profi saß am Mittwochmorgen etwas mehr als drei Stunden im Sattel – ein großer Schritt so kurz nach der Verletzung, die seine Juli-Pläne beendete.
Die begleitende Botschaft „Genesung läuft gut, die Berge rufen“ schärfte das Update zusätzlich.
Van Aert fährt die Tour nicht, diese Entscheidung ist endgültig. Doch eine dreistündige Einheit in diesem Tempo verändert die Tonlage rund um seine Genesung, zumal ein Eingriff nötig war, um die Wunde zu reinigen und eine Sepsis zu vermeiden.

109-km-Ausfahrt schärft das Genesungsbild

Van Aert wurde nach einer Ellbogenwunde aus einem Sturz beim Training auf dem Zeitfahrrad und der anschließenden Infektion für die Tour gestrichen. Das Problem hatte bereits seine Generalprobe gestört, in der er eine Sprintetappe gewonnen hatte, ehe er tags darauf wegen der Eskalation aus dem Rennen genommen wurde.
Er wurde nach Belgien zurückgebracht und unterzog sich einer chirurgischen Reinigung der Wunde, womit seine Serie von sieben Tour-de-France-Starts endete. Dieser Sommer ist damit der erste seit seinem Debüt 2019 ohne Van Aert am Start.
Für Visma bleibt das ein herber Verlust. Van Aert wäre zentral im Mannschaftszeitfahren gewesen, eine Absicherung an nervösen Flachttagen um Jonas Vingegaard und eine Etappen-Gefahr auf verschiedenstem Terrain.

Tour passé, doch die Berge rufen weiter

Der Tour-Schaden ist nicht rückgängig zu machen. Visma muss ohne einen seiner vielseitigsten Fahrer beginnen, während Van Aert das Rennen verpasst, das sein Grand-Tour-Profil maßgeblich geprägt hat.
Das Genesungsbild jedoch hat sich rasch verändert. Eine Ausfahrt über 109,3 km mit 35,7 km/h macht Van Aert nicht rennfertig, ist aber ein ernstzunehmender Trainingsmarker eines Fahrers, dessen Sommer nach Infektion und Eingriff stark wackelte.
Die Weltmeisterschaften in Kanada bleiben das naheliegende große Ziel für den weiteren Saisonverlauf, sofern die Genesung störungsfrei verläuft. Belgische Experten hatten diesen Kurs bereits als ernsthafte Chance ausgemacht, sobald die Tour abgehakt war, und Van Aerts jüngste Strava-Aktivität hält diese Option klar offen. Vorerst erzählen die Zahlen die Geschichte: 109,3 km, 35,7 km/h – und ein Fahrer, der für die Tour de France gestrichen ist und doch die Berge wieder rufen hört.
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