Wout van Aert sitzt weniger als eine Woche nach der Operation am infizierten Ellbogen, die ihn zur Aufgabe der
Tour de France 2026 zwang, wieder auf dem Rad.
Der Fahrer von
Team Visma | Lease a Bike absolvierte eine 67,6-km-Charity-Ausfahrt mit 30,6 km/h im Schnitt und
teilte das auf Strava mit einer kurzen, vielsagenden Notiz: „Erster Versuch, die Bügel wieder zu halten.“
Für Van Aert ist das weder eine Rückkehr ins volle Training noch ein Signal, die Tour-Entscheidung zu überdenken.
Seine Juli-Pläne sind passé. Nach einer Woche mit Infektion, Eingriff und Rückzug markiert eine kontrollierte Charity-Fahrt jedoch den ersten sichtbaren Schritt seines erneuten Aufbaus.
Erste Ausfahrt nach dem Tour-de-France-Nackenschlag
Van Aerts Tour-Rückzug wurde bestätigt, nachdem sich eine Ellbogenwunde von einem Trainingssturz auf dem Zeitfahrrad verschlimmert und entzündet hatte. Die Verletzung beeinträchtigte ihn bereits bei der
Tour Auvergne-Rhone-Alpes, wo Vismas medizinischer Stab ihn aus dem Rennen nahm und nach Belgien zurückbrachte.
Van Aert unterzog sich am Montag einer dringenden Operation, um die Wunde zu säubern und eine Sepsis zu vermeiden. Damit fehlte Visma schon vor dem Grand Départ einer der wichtigsten Tour-Fahrer, und Van Aerts Serie an Tour-Teilnahmen endete: Der Belgier verpasst die Rundfahrt erstmals seit seinem Debüt 2019.
Seine Rückkehr erfolgte in einem ganz anderen Rahmen als der Rennvorbereitung. Van Aert schloss sich einer Gruppenfahrt zugunsten des Olivia Fund an, einer in der Kempen beheimateten Organisation im Kampf gegen Kinderkrebs. Nach seinen Maßstäben war das Tempo moderat. Nach der Härte der vergangenen Woche stach die Distanz dennoch hervor.
Wout van Aert auf Etappe 5 der Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026
Charity-Ausfahrt markiert den ersten Schritt zurück
Das Bild von Van Aert so kurz nach der OP wieder auf dem Rad dürfte Visma und den belgischen Radsportfans guttun. Die Wunde war gravierend genug, um seine Tour-Hoffnungen zu beenden, doch seine erste Ausfahrt seit dem Eingriff deutet darauf hin, dass die frühe Reha-Phase in die richtige Richtung läuft.
Die kommenden Wochen entscheiden nun, wie rasch Van Aert wieder aufbauen kann. Seine Tour ist passé, und Vismas Pläne rund um Jonas Vingegaard müssen ohne einen ihrer vielseitigsten Fahrer weitergehen. Aber der Anblick von Van Aert, wie er die Bügel wieder fasst, gibt seinem Sommer nach einem brutalen Rückschlag eine erste positive Wendung.
Vorerst ist das Comeback klein, aber symbolisch: 67,6 km, eine Charity-Ausfahrt und das erste Zeichen, dass Van Aert die Verletzung, die seine
Tour de France beendete, hinter sich zu lassen beginnt.