Derek Gee wartet ab, wÀhrend der Giro Fahrt aufnimmt: "Am letzten Berg einfach alles raushauen"

Radsport
Freitag, 23 Mai 2025 um 11:20
derekgee
Die 13. Etappe des Giro d’Italia steht bevor – und sie fĂŒhrt noch immer nicht wirklich ins Hochgebirge. FĂŒr Derek Gee könnte das kaum frustrierender sein. Der Kanadier, aktuell auf Platz 12 der Gesamtwertung, wartet sehnlichst auf schwereres Terrain, das besser zu seinen FĂ€higkeiten passt. Seine Bilanz nach elf Tagen: durchwachsen – mit einem vorsichtig optimistischen Blick nach vorn.
Gee hat sich beim Giro 2023 als Ausreißer profiliert und landete im letzten Jahr auf Rang neun der Tour de France. Diesmal startete er in Italien mit echten Ambitionen im Gesamtklassement. Doch bislang spielt ihm das Streckenprofil nicht in die Karten.
„Ich war gestern (Etappe 11) sehr zufrieden mit meinen Beinen – aber nicht mit dem Beginn des Rennens. Es waren definitiv interessante erste elf Tage“, sagte er gegenĂŒber Cycling News. „Noch keine entscheidenden BergankĂŒnfte, also ist es momentan ein bisschen wie ein Fegefeuer – wir warten auf die richtig harten Etappen, um zu sehen, wie die Karten wirklich liegen.“
Es fehlt nicht nur an steilen Schlussanstiegen, sondern auch an seinem bevorzugten Kletterprofil. Auf kĂŒrzeren, explosiven Anstiegen wie in Tagliacozzo tut sich Gee schwer. „Ich fĂŒhlte mich wohl, doch einen Kilometer vor dem Ziel wurde das Tempo angezogen, und ich konnte nur noch mein Tempo fahren“, erklĂ€rte er. „Am San Pellegrino, mit seinem lĂ€ngeren Anstieg, ging es mir deutlich besser. Ich hoffe also, dass mir die schweren Bergetappen in der dritten Woche besser liegen.“
Trotz seiner zurĂŒckhaltenden Zwischenbilanz hĂ€lt Gee an seinen Zielen fest – aber der Druck wĂ€chst. „Ich bin nicht zufrieden mit Platz 12. Wenn der Giro morgen vorbei wĂ€re, wĂŒrde mich das nicht glĂŒcklich machen“, sagte er offen. „Aber ich hoffe, dass ich bei den lĂ€ngeren Anstiegen in Woche drei noch etwas gutmachen kann.“
Ein leichtes Unterfangen wird das kaum. Der Giro ist eng umkĂ€mpft, das Niveau hoch, die Konkurrenz prominent. Gee macht sich keine Illusionen. „Irgendwann in der dritten Woche wird das Rennen explodieren“, sagte er. „Dann wird sich zeigen, wer wirklich die Beine hat. Ab diesem Moment könnten wir verrĂŒckte RennverlĂ€ufe erleben – gerade wenn die 16. Etappe alles in eine neue Richtung lenkt.“
FĂŒr Gee steht fest: Diese Rundfahrt ist das Zentrum seiner Saison. „Meine FrĂŒhform war gut, ich war mit allen Ergebnissen zufrieden. Aber alles lief auf den Giro hinaus“, erklĂ€rte er. „NatĂŒrlich freut man sich ĂŒber starke Ergebnisse vorher, aber letztlich hĂ€ngt alles davon ab, wie ich hier abschneide. Das sorgt fĂŒr etwas Stress, ein bisschen Druck – aber es ist eben auch genau die Herausforderung, die ich wollte.“
Am Ende wird alles auf seine KletterstĂ€rke hinauslaufen. „Bei einer echten Bergankunft zĂ€hlt nur noch, was in den Beinen steckt“, so Gee.
Immerhin muss er den Kampf nicht allein fĂŒhren. Er wird von einem erfahrenen Team unterstĂŒtzt – Profis, die wissen, wie man in der Gesamtwertung fĂ€hrt. „Viele meiner Teamkollegen haben fĂŒr die ganz Großen gearbeitet. Oft sagen sie einfach: ‚Das ist jetzt der richtige Move – mach das‘. Und dann kann ich mich darauf verlassen“, sagt Gee. „Meine Aufgabe ist es, am letzten Berg einfach alles rauszuhauen.“
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