Der beste Edelhelfer der Tour de France: US-Meister Quinn Simmons erneut in Paris ausgezeichnet

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 27 Juli 2026 um 12:30
Quinn Simmons
Die USA spielten bei der Tour de France 2026 weder im Kampf um den Gesamtsieg noch bei den Etappenerfolgen eine tragende Rolle. Trotzdem durfte sich die amerikanische Radsportnation über eine besondere Ehrung freuen: Quinn Simmons wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Helfer der Frankreich-Rundfahrt ausgezeichnet.
Der Profi überzeugte auch in diesem Jahr mit unermüdlichem Einsatz im Dienst seiner Mannschaft. Eigene Ambitionen stellte Simmons konsequent hinten an und entwickelte sich erneut zu einem der wertvollsten Helfer des gesamten Pelotons.

Simmons prägt den Tour-Erfolg seines Teams entscheidend mit

Aus sportlicher Sicht verlief die Tour für die USA insgesamt eher unauffällig. Weder gelang ein Etappensieg, noch spielte ein amerikanischer Fahrer im Kampf um eines der Wertungstrikots eine entscheidende Rolle. Immerhin gewann Lidl-Trek die Mannschaftswertung – auch wenn das Team seit dem vergangenen Winter mit deutscher Lizenz an den Start geht.
Quinn Simmons auf der 8. Etappe der Tour de France 2026.
Quinn Simmons wurde nach der Tour de France 2026 zum zweiten Mal in Folge als bester Helfer der Rundfahrt ausgezeichnet.
Für einen besonderen Erfolg sorgte dennoch Quinn Simmons. Nachdem „Captain America“ bereits 2025 zum besten Domestiquen der Tour de France gewählt worden war, erhielt er diese Auszeichnung nun auch nach der diesjährigen Austragung.
Ausschlaggebend war erneut sein selbstloser Einsatz für die Mannschaft. Simmons trug maßgeblich zum Gewinn der Mannschaftswertung bei, unterstützte Mads Pedersen auf dessen Weg zum Grünen Trikot und half zudem mit, dass Mattias Skjelmose und Juan Ayuso jeweils in den Top Ten des Gesamtklassements landeten.

Eigene Chancen ordnet Simmons dem Team unter

Dass Simmons die Ehrung erneut erhielt, kommt angesichts seiner Rolle kaum überraschend. Schon im Vorjahr hatte er persönliche Erfolgschancen konsequent dem Teamerfolg untergeordnet. Damals investierte er auf den Flachetappen viel Energie, um Ausreißer für Jonathan Milan zurückzuholen, obwohl er selbst auf Etappensiege spekulierte. Am Ende rückten seine eigenen Ambitionen vollständig in den Hintergrund.
Auch bei der Tour de France 2026 änderte sich daran nichts. Mads Pedersen gewann die Punktewertung nicht zuletzt dank der Arbeit seines amerikanischen Teamkollegen. Statt vor allem Ausreißer auf flachen Etappen zu kontrollieren, brachte Simmons den Dänen diesmal immer wieder in perfekte Positionen für Sprintankünfte und Zwischensprints – eine Aufgabe, die eigentlich nicht seinem klassischen Fahrertyp entspricht.
Der 25-Jährige initiierte außerdem regelmäßig Fluchtgruppen, um wichtige Punkte vor den direkten Konkurrenten Jasper Philipsen und Biniam Girmay zu sichern. Häufig befand er sich gemeinsam mit Pedersen in Ausreißergruppen und arbeitete dort kompromisslos für den Dänen. Besonders auf der 4. Etappe war sein Anteil am einzigen Tagessieg des Teams enorm: Gemeinsam mit Mathias Vacek kontrollierte Simmons die entscheidenden Attacken und ebnete damit den Weg für Pedersens Erfolg.
Auch danach gehörte Simmons zu den aktivsten Fahrern der gesamten Rundfahrt. Insgesamt schaffte er siebenmal den Sprung in die Fluchtgruppe und fungierte dabei nicht nur als Helfer für Pedersen, sondern auch als wichtiger Satellitenfahrer für die Gesamtklassementfahrer Juan Ayuso und Mattias Skjelmose.
Auf der 15. Etappe zum Plateau de Solaison bot sich Simmons schließlich selbst die Chance auf einen Etappensieg. Ohne die konsequente Nachführarbeit von UAE Team Emirates - XRG und Visma - Lease a Bike hätte er durchaus um den Tagessieg kämpfen können. Vier Tage später erreichte er auf der Königsetappe nach Alpe d’Huez gemeinsam mit Juan Ayuso das Ziel, nachdem der Spanier am Schlussanstieg deutlich Zeit verloren hatte.
Trotz der verpassten eigenen Erfolgserlebnisse stellte Simmons den Mannschaftserfolg jederzeit über seine persönlichen Ziele. Seine offenen Worte nach der Tour verdeutlichten diese Einstellung einmal mehr.
„Dem Team ist offensichtlich wichtiger, dass Mads das Grüne Trikot gewinnt, als dass ich eine Etappe gewinne. Am Ende bezahlen sie mein Gehalt, also mache ich, was man mir sagt.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading