„Den Etappensieg zu holen, ist das Wichtigste“ – Remco Evenepoel peilt Revanche am Jebel Hafeet an

Radsport
Samstag, 21 Februar 2026 um 12:30
RemcoEvenepoel (3)
Die UAE Tour endet heute mit der Bergankunft am Jebel Hafeet, der die Gesamtwertung entscheiden wird. Während Antonio Tiberi und Isaac del Toro um den Gesamtsieg kämpfen, verfolgt Red Bull - BORA - hansgrohe eine eigene Nebenhandlung: Sie jagen mit Remco Evenepoel den Etappensieg, in der Hoffnung, dass sich der Belgier von seinem Einbruch am Jebel Mobrah erholt hat.
„Ich fahre heute definitiv auf den Etappensieg. Das ist das Wichtigste. Das Schluss‑Podium wäre ein schöner Bonus“, sagte Evenepoel zu Sporza. „Der Fuß des Anstiegs liegt nur 10 Kilometer vom Gipfel entfernt, da kann man mit 25 Minuten flacher Fahrt nicht viel ausrichten. Andererseits darf man mit 25 Minuten Rückenwind und Hitze auch nicht überdrehen, denn es ist ziemlich schwierig.“
Den Anstieg kennt der Belgier als gutes Pflaster: 2023 wurde er dort Zweiter und holte später den Gesamtsieg. Drei Jahre später ist er als Kletterer deutlich stärker. Doch Hitze und der frühe Rennzeitpunkt im Februar bleiben für Fahrer wie ihn bei langen Anstiegen ein Hindernis.
Dennoch: In Bestform kann Evenepoel gewinnen. „Wir müssen es taktisch spielen, denn das ist eine gute Chance auf die Etappe. Aber wir wollen nicht übermütig werden. Am besten lässt man unten eine andere Mannschaft das Tempo machen und passt unser Rennen entsprechend an.“

Erneuter nächtlicher Weckruf

Evenepoel rechnet auf der sechsten Etappe nicht mit einem schlechten Tag und peilt neben dem Etappensieg auch Plätze in der Gesamtwertung an. „Das wäre ein schöner Bonus; der Rückstand auf Platz fünf ist nicht groß. Die Top drei sind wohl weiter weg, aber wir gehen definitiv auf den Etappensieg. Der bringt auch 10 Bonifikationssekunden. Der Etappensieg ist heute das Wichtigste.“
Bereits früher in der Woche beklagte er die Hitze im Hotelzimmer, die für eine unruhige Nacht sorgte. Auffällig: Auch letzte Nacht wurde er wieder geweckt. Diesmal allerdings wohl durch einen hotelweiten Alarm, von dem alle Teams gleichermaßen betroffen waren. „Der Alarm ging um 3:00 Uhr im Zimmer los, aber das war bei allen so, deshalb war es kein Problem“, witzelte er.

Druck auf UAE

„Nun, zumindest der Etappensieg ist unser Ziel. Sonst braucht man gar nicht zu starten. Und ich glaube, wenn er gut erholt ist, kann er auch um den Sieg fahren“, erklärte Sportdirektor Klaas Lodewyck nach Etappe 5 gegenüber Cyclingnews. Red Bull - BORA - hansgrohe haben mit dem Belgier das Zeitfahren gewonnen und fahren nicht mit leeren Händen nach Hause, doch im größeren Kontext reicht das nicht, um ihre Rundfahrt zu prägen.
Lodewyck, der Evenepoel seit vielen Jahren begleitet, traut ihm die Kehrtwende auf der zweiten Bergetappe zu. „Absolut, ich denke, Remco gehört zu den Besten, wenn es ums Zurückschlagen geht. Wir haben viel darüber gesprochen, was auf Etappe 3 schiefgelaufen sein könnte, und die letzten zwei Tage auf den Samstag hingefiebert. Ich denke, morgen greift er an, und dann sehen wir, wie weit wir kommen.“
Er rechnet damit, dass UAE für Isaac del Toro Tempo macht, während Evenepoel je nach Rennszenario taktischer agieren kann. „Meiner Meinung nach liegt der Druck klar bei UAE, zumindest für die Etappe. Sie könnten auf den Tagessieg pokern oder versuchen, Zeit auf Tiberi gutzumachen. Wir werden uns ein Stück weit an deren Strategie anpassen und den Fokus vor allem auf Del Toro legen.“
Der belgische Sportdirektor sprach ausführlich über die Wochen vor der UAE und Evenepoels Entwicklung im Rennrhythmus: „Mallorca war vom Niveau her eher niedrig, würde ich sagen, aber in Valencia fuhr er gegen Jungs wie Tiberi und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Auch dort mussten etwa Almeida und McNulty ihn ziehen lassen, und das zählte wirklich. Da war er richtig stark.“
Als es am meisten zählte, auf der Königsetappe der UAE, lieferte der damalige Gesamtführende jedoch nicht ab. Er verlor bereits im ersten Kilometer des Anstiegs den Anschluss, nachdem er der initialen Attacke von Felix Gall und Antonio Tiberi gefolgt war, und büßte im Ziel über 2 Minuten auf den Italiener ein. Er fiel auf Rang 11 der Gesamtwertung zurück, ohne realistische Chance auf das oberste Treppchen.
„Es waren mehrere Faktoren, die seine Leistung beeinflusst haben, weshalb er am Mittwoch den Besten nicht folgen konnte. Erstens lag ihm das lange, steile Profil des Anstiegs nicht. Zudem gab es Dinge, die wir intern besprochen haben. „Aber man sieht auch: Einige seiner Konkurrenten waren bereits drei Wochen im Höhentrainingslager am Teide und haben gezielt für diese langen Belastungen gearbeitet“, betont er.
Evenepoel wird dies erst nach der UAE und vor der Volta a Catalunya absolvieren, wo seine reine Kletterfähigkeit genauer einzuschätzen ist. „Ich denke, Remco wird jetzt dorthin gehen. Sicher werden wir einen anderen Remco sehen, wenn er zurückkommt.“
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