Die
Tour de France 2026 wird für
Ilan van Wilder zum wichtigen Karriereschritt. Beim Soudal - Quick-Step übernimmt er die Kapitänsrolle und peilt nach dem Abgang von
Remco Evenepoel das Gesamtklassement an. Der Belgier betont, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu gehen und sein eigenes Rennen zu fahren – statt sich an den Fahrern für Gelb zu orientieren, die aktuell auf einem anderen Niveau sind.
Van Wilder richtet den Blick nicht auf Tadej Pogacar
Van Wilder fährt seit Jahren konstant stark, reifte zum Rundfahrer und sammelte viel Erfahrung in einwöchigen Etappenrennen. In diesem Sommer testet er sich erstmals über drei Wochen und will in der Gesamtwertung weit nach vorn fahren.
Zugleich weiß er, dass zu große Ziele riskant sind. „Davon kann man schnell frustriert werden, weil es Fahrer gibt, die brutal herausragen. Und einer ganz besonders“, sagte van Wilder in der Sendung Vive le Vélo mit Blick auf
Tadej Pogacar.
„Wenn du dich darauf fixierst, kannst du gleich aufhören. Du musst mit dem Fahrer zufrieden sein, der du bist, und mit dem, was du tust. Und das bin ich.“
Van Wilder ist stark in die Tour gestartet und geht in Etappe 4 – der ersten auf französischem Boden – in den Top 10 ins Rennen, 1:17 Minuten hinter Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard. Er liegt direkt vor Fahrern wie Tom Pidcock, Richard Carapaz und Mattias Skjelmose, die in diesem Terrain deutlich renommierter sind.
Ilan van Wilder was third at last year's time trial World Championships
Van Wilder nutzt die Führungsrolle bei Quick-Step
Der 26-Jährige, Podiumsfahrer der letztjährigen Zeitfahr-Weltmeisterschaften in Kigali, wurde kürzlich Fünfter bei der Tour de Suisse und hat sich gezielt auf die Gesamtwertung der Tour vorbereitet. Soudal - Quick-Step priorisiert Etappensiege mit Fahrern wie Tim Merlier und Valentin Paret-Peintre, gibt ihm aber die Freiheit, seine eigenen Ziele zu verfolgen.
„Wir haben keinen absoluten Mann für das Podium in Paris. Das nimmt viel Druck. Ich sehe mich als Teamkapitän, aber nicht auf Remcos Top-Niveau. So sehe ich mich nicht – und das muss auch nicht sein“, argumentiert er.
„Ich bin am Start viel entspannter und glücklicher als letztes Jahr. In der Blase vergisst man leicht, dass es als kleines Kind dein Traum war, die Tour zu fahren. Daran denke ich manchmal.“
Die Berge sind entscheidend, doch der Belgier weiß, dass es mehrere Wege gibt, bis Paris sein Ziel zu erreichen.
„Wenn ich mit Köpfchen fahre und in Ausreißergruppen Zeit zurückhole, kann ich weiter auf ein gutes Gesamtklassement zielen – dann bin ich zufrieden. Und wenn ich im Klassement zurückfalle, gibt es genügend Chancen, in den Etappen Großes zu zeigen.“