Die weißen Schotterstraßen der Toskana verlangen eine seltene Mischung aus Ausdauer, Fahrtechnik und taktischer Geduld. Für Ex-Gravel-Weltmeister
Gianni Vermeersch bot die
Strade Bianche die ideale Bühne, genau diese Fähigkeiten auszuspielen. Der 33-Jährige war der erste Belgier im Ziel von Siena und sicherte sich nach einem fordernden Tag im Sattel einen starken fünften Platz.
Ein taktisches Finale und ein zufriedenstellendes Ergebnis
Gianni Vermeersch behauptete sich in der Toskana souverän gegen die Favoriten, auch wenn sein Rennen nicht ohne Stressmomente verlief. Früh in der Entscheidung musste er Körner investieren, um wieder nach vorn zu kommen.
„Ich habe mich da kurz ein bisschen überrumpeln lassen“, sagte er gegenüber
Sporza mit Blick auf die Phase, in der er eine harte Verfolgung starten musste.
Zurück in der Verlosung, brauchte der Belgier kühlen Kopf, als auf den letzten Schottersektoren die Attacken flogen. „Im Finale habe ich ein bisschen Poker gespielt. Ich hatte gehofft, dass wir zusammenarbeiten, aber am Pinzuto sind Seixas und Del Toro weggefahren und ab da habe ich mich nur noch auf das bestmögliche Ergebnis konzentriert“, erklärte er.
Seine Strategie, das eigene Tempo zu fahren und nicht zu überziehen, zahlte sich letztlich auf der berühmten Piazza del Campo in Siena aus.
„Das wurde belohnt“, lachte der Fünftplatzierte. Sein erster Eindruck im Ziel war eindeutig: „Ich bin absolut superzufrieden.“ Später betonte er, alles aus dem Körper herausgeholt zu haben. „Ich bin damit absolut superzufrieden. Mehr war heute nicht drin.“
Pogacar setzte 78 km vor dem Ziel die entscheidende Attacke
Sein Weg über die steilen toskanischen Hügel
Vermeersch gilt nicht als reiner Kletterer, doch sein spezielles Profil trägt ihn auf den kurzen, steilen Rampen der Strade Bianche stark nach oben. „Ich bin nicht der schwerste Klassikerfahrer. Unter 70 Kilogramm, das macht einen Unterschied zu den reinen Klassikerspezialisten“, merkte er an.
Zusammen mit seiner umfangreichen Offroad-Erfahrung passt ihm das toskanische Terrain perfekt. „Aber ich habe in solchen Rennen immer meinen Weg gefunden“, ergänzte der ehemalige Gravel-Weltmeister.
Mit einem starken Ergebnis in der Tasche richtet Vermeersch den Blick direkt auf die nächsten Ziele im Rennkalender, wofür ein Wechsel im Trainingsblock ansteht. „Jetzt hole ich mir noch einen Höhenkick in Richtung Nokere und Denain“, schloss er.