Matteo Jorgenson gab zu, er habe sich vom
Auftakt der Tirreno–Adriatico 2026 mehr erhofft, nachdem der Fahrer von
Team Visma | Lease a Bike im traditionellen Zeitfahren in Lido di Camaiore auf mehrere seiner Hauptkonkurrenten Zeit einbüßte.
Der US-Amerikaner landete im schnellen, 11,5 Kilometer langen Küstenzeitfahren außerhalb der absoluten Topzeiten, eine Etappe, die letztlich von Filippo Ganna dominiert wurde. Während der Italiener mit einer fulminanten Fahrt siegte, blieb Jorgenson mit einem Rückstand zurück, den er im Wochenverlauf wettmachen muss, will er im Gesamtklassement um den Sieg kämpfen.
Trotzdem verließ das Visma-Lager die Etappe mit der Überzeugung, dass noch nichts entschieden ist. „Ich hatte auf eine bessere Zeit gehofft“,
sagte Jorgenson anschließend in einer Mitteilung von Team Visma | Lease a Bike. „Zum Glück fühlten sich die Beine gut an. Ich weiß, dass meine Form im Moment solide ist, und ich konnte den Zeitverlust auf meine Konkurrenten minimal halten.“
Das Auftaktzeitfahren ist seit jeher ein prägender Moment bei Tirreno–Adriatico und sorgt früh für erste relevante Abstände im Gesamtklassement. Auf dem Kurs in Lido di Camaiore, einem reinen Krafttest auf flachem Terrain, fahren Spezialisten wie Ganna häufig signifikante Vorsprünge heraus, bevor das Rennen in selektivere Straßenetappen übergeht.
Für Jorgenson stand hingegen im Vordergrund, den Schaden in Grenzen zu halten, statt die absolut schnellste Zeit zu setzen.
Visma richtet den Blick bereits auf Chancen
Sportdirektor Jesper Mørkøv schlug nach der Etappe einen ähnlichen Ton an und räumte ein, dass das Team im Rennverlauf nun die Initiative ergreifen müsse. „Es ist ein guter Start in die Woche“, sagte Mørkøv in derselben Teammitteilung. „Matteo hat auf einige Rivalen ein bisschen Zeit verloren, und das müssen wir in den kommenden Tagen wieder gutmachen.“
Der Däne zeigte sich dennoch überzeugt, dass der Amerikaner im weiteren Rennverlauf gut positioniert ist, um anzugreifen. „Aber ich bin zuversichtlich, dass Matteo das schaffen kann.“
Diese Einschätzung spiegelt das Profil der diesjährigen Tirreno–Adriatico wider, das ohne große Bergankünfte auskommt, aber mehrere Etappen enthält, die aggressives Racing und taktische Chancen belohnen dürften.
Mit mehreren selektiven Abschnitten, bevor das Rennen San Benedetto del Tronto erreicht, bereitet sich Visma bereits darauf vor, im Wochenverlauf den Druck wieder auf die Konkurrenz zu erhöhen.