Cristian Scaroni machte auf der elften Etappe des Giro d’Italia alles richtig und ging doch nur mit Platz sechs und etlichen Schrammen vom Rad. Die 195 Kilometer von Porcari nach Chiavari boten einen ereignisreichen Nachmittag: Eine kompakte Ausreißergruppe kämpfte um den Tagessieg, vom Peloton jedoch stets an der kurzen Leine gehalten.
Erst nach fast zwei Stunden formierte sich auf dem welligen Terrain in der zweiten Rennhälfte endlich eine Gruppe. Für
XDS Astana Team war die Konstellation nahezu ideal: mit zwei Karten im Spiel – Scaroni und Diego Ulissi. Bis das Unheil seinen Lauf nahm.
Scaroni nach Sturz chancenlos: Platz 6 trotz starkem Giro-Auftritt
Auf dem Weg in ein spannendes Finale mit zwei verbleibenden Anstiegen à 5 Kilometer schaffte der zuvor abgehängte Aleksander Vlasov auf einer Abfahrt den Anschluss. Mit dem Schwung setzte sich der Russe sofort an die Spitze und erhöhte das Tempo. Diese Tempoverschärfung brachte Mitflüchtling
Lennert Van Eetvelt in Schwierigkeiten und löste einen Kettensturz aus, in den auch Filippo Zana und Scaroni verwickelt wurden.
Scaroni kämpfte und schloss fast wieder zur Spitze auf, doch just in dem Moment zog Mas an. Die Attacke zerriss die Gruppe, nur Narváez konnte folgen – und wichtiger noch: Für Scaroni waren die Lichter aus. „Ah, ja, leider hat es nicht gereicht. Trotzdem habe ich vom Sturz bis ins Ziel alles gegeben“, sagte Scaroni in einem kurzen Statement bei
CyclingProNet.
Scaroni will es an einem anderen Tag erneut versuchen
So spulte der Italiener ungewollt bereits das zweite 40-Kilometer-Zeitfahr-Äquivalent binnen zwei Tagen ab – ohne Ertrag. Obwohl der Sturz heftig aussah, sollte der 28-Jährige morgen regulär starten können.
Cristian Scaroni was caught up in a crash of Filippo Zana and Lennert Van Eetvelt
„Nichts gebrochen, das ist das Wichtigste. Es gibt definitiv ein paar fiese Schürfwunden und Prellungen, und dieser Sturz war das Letzte, was wir gebraucht haben“, sagte Scaroni. „Aber in ein paar Tagen bin ich bereit, wieder anzugreifen.“
Rennen beendet für Van Eetvelt
Im Gegensatz zu Scaroni war die Landung von Lennert Van Eetvelt offenbar deutlich härter. Sein Team Lotto-Intermarché teilte mit, der Belgier habe neben Abschürfungen auch einen Bruch des Mittelfingers erlitten. Diese Verletzung verhindert Van Eetvelts
Teilnahme an der 12. Etappe des diesjährigen Giro d’Italia. Der Fokus liegt nun auf der Genesung – mit Blick auf einen Start bei der Tour de France im Juli.